Plattenkritik

Burning Ghats - Something Other Than Yourself

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Release Date: 22.10.2013
Datum Review: 27.10.2013

Burning Ghats - Something Other Than Yourself

 

Da denkt man, der von Southern Lord geprägte Crust meets Grind meets Hardcore Sound könnte eigentlich keine Überraschungen mehr hervorbringen - tja, und dann kommen Vancouvers BURNING GHATS plötzlich mit ihrem Debüt-Album um die Ecke und beweisen, dass man auch in diesem zuletzt leicht übersättigt wirkenden Genre noch sehr unverbraucht klingen kann. Obwohl, passen sie überhaupt in diese Schublade?

Schon der Opener "Cold People" macht den Unterschied. Mit einer sich ins Ohr fräsenden, aber nicht zu vordergründigen Melodie, wird mächtig Spannung aufgebaut. Wer da an MODERN LIFE IS WAR denkt, denkt richtig. Aber wer jetzt glaubt, BURNING GHATS wären die x-te (überflüssige) Modern Hardcore Band, der irrt. Schon der zweite Song macht klar, aus welchem Holz die Band geschnitzt ist. "Hexes" feuert aus allen Rohren, rasend schnell, unkontrolliert, technisch, aber dennoch eingängig. Wie auch bei PULLING TEETH fühlt sich das Ganze am ehesten nach Hardcore an, obwohl immer wieder lupenreine Death Metal- und Grind-Riffs auftauchen. Und wo wir gerade von PULLING TEETH sprechen: die rotzigen Vocals geben dem Ganzen genau den Punk-Charakter, der auch die Band aus Baltimore so besonders machte. Trotzdem bleiben BURNING GHATS eigenständig. Rasend schnelle Momente werden urplötzlich von gewaltig groovenden Parts abgelöst ("Sniff And Circle"). Und immer wieder tauchen sie auf, diese subtilen Gitarren-Harmonien, die sofort hängen bleiben. Man muss einfach feststellen: BURNING GHATS sind einfach verdammt gute Songwriter und deswegen klingt "Something Other Than Yourself" auch in keinster Weise wie ein Debüt, sondern bereits verdammt abgeklärt. Und das im positivsten Sinne (man höre sich nur mal "Shelter Skelter" an).

Großartig geschriebene Songs, ein eigenständiger Stil und eine fantastische Produktion - BURNING GHATS haben mit "Something Other Than Yourself" einen echten Coup gelandet. Ganz besonders, wenn man bedenkt, dass das Album komplett in Eigenregie veröffentlicht wurde. Da bleibt für das nächste Release nur zu sagen: Liebe Labels, schlagt Euch drum.

TRACKLISTING

1. Cold People
2. Hexes
3. All Night Vigils
4. Grief Ritual
5. Shelter Skelter
6. In This Skin
7. Carry the Head
8. Faultline
9. Sniff and Circle
10. Gold Sores

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Sascha

Autoren Bio

http://www.shocksmusic.bandcamp.com

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