Plattenkritik

Bushwac - Fight! And if you can‘t fight, kick! If you can‘t kick, bite! (Remix-EP)

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Release Date: 24.12.2010
Datum Review: 02.01.2011

Bushwac - Fight! And if you can‘t fight, kick! If you can‘t kick, bite! (Remix-EP)

 

Parallel zur zweiten BUSHWAC-LP erscheint diese Tage eine Remix 12“, bei der Künstler wie THAVIUS BECK oder PLAYBAD CIRCUS einige der Tracks vom Album erneut durch ihren ganz eigenen Kakao ziehen. Dabei werden ohnehin schon experimentell arrangierte und mit verstörenden Sounds versehene Nummern noch mal völlig musikalisch vergewaltigt – soweit, dass Songs wie „Mighty white of you!“ nur durch den Songtitel wieder identifiziert werden können. Aber worum geht’s stilistisch überhaupt? Gute Frage, auf die sicher auch BUSHWAC selbst nicht so wirklich eine Antwort haben sollten. Im Pressetext heißt es zwar, dass man „durch den Gebrauch oder besser gesagt den Missbrauch von Texten aus der Politik […] eine äusserst schräge und eigenwillige Tanzmusik“ kreiere, und „das musikalische und politische Zitieren“ BUSHWAC „nahe an die Ursprungsidee des Hip-Hop“ bringe. Doch sowohl die Remixe als auch die beiden Originalsongs des Albums, welche es in unveränderter Form auf die Remix-EP geschafft haben, sind stilistisch derartig verstümmelt und wirr, dass der Gedanke an übliche „Tanzmusik“ oder üblichen Hip Hop grotesk wirkt. Einheitlicher Nenner ist bei all dem aber vor allem der Hang zum elektronischen. So erinnert der „Mighty White With You“-Remix beispielsweise an Dubstep a la 16 BIT, während der „Tweedle dum, tweedle dee“-Remix auf viel Bass und eine roboterartige Stimme setzt. Ebenfalls ein einheitlicher Nenner ist die grundsätzlich vertrackte Arrangierung der Songs, welche nicht viel Wert auf Hooklines legt sowie der Gebrauch von Sounds, welche sich zu teilen anfühlen als würde man mit einer Nadel auf dem Trommelfell einstechen. Richtig gut kommt die 12“, wenn BUSHWAC sowie deren Vergewaltiger auf atmosphärische Klangcollagen setzen. Beispielsweise klingt der „Don’t Rain On My Parade“-Remix wie eine surreale Karussellfahrt im Alptraum, und der „Tweedle dum, tweedle dee“ hat etwas fast schon Entspanntes, Idyllisches. Ansonsten bewegt man sich immer nah an der absoluten Schmerzensgrenze – sei es was die völlig kaputten Sounds oder die gewagt schief auf das Soundfundament platzierten Sprachsamples betrifft. Was bleibt? Eine Remix-EP, welche nicht nur selbst freakigste musikalische Freigeister auf die Probe stellen wird, und den grundsätzlich schon kaputten Eindruck der eigentlichen LP nur noch krasser manifestiert. Selten war die „Hate it or love it“-Phrase angebrachter als hier.

Tracklist:

01. We‘re doing this for your own good - Thavius Beck Remix
02. Red kro(ss) - Bushwac
03. Tweedle dum, tweedle dee - Deckard Remix
04. Mighty white of you! - Meienberg Remix
05. What are YOU doing here?? - Bushwac
06. Don‘t rain on my parade - Playpad Circus Remix

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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