Plattenkritik

CHELSEA GRIN - Self Inflicted

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 01.07.2016
Datum Review: 11.07.2016
Format: CD Digital

Tracklist

 

01. Welcome Back
02. Four Horsemen
03. Love Song
04. Clickbait
05. Skindeep
06. Scratching And Screaming
07. Strung Out
08. Broken Bonds
09. Life Sentence
10. Never, Forever
11. Say Goodbye

Band Mitglieder

 

Alex Koehler – lead vocals
Jake Harmond – rhythm guitar
David Flinn – bass
Dan Jones – lead and rhythm guitar
Pablo Viveros – drums, vocals
Stephen Rutishauser – lead guitar

CHELSEA GRIN - Self Inflicted

 

CHELSEA GRIN haben mit ihrem letzten Album "Ashes To Ashes" auch bei Deathcore-Verdrossenen wie mir für eine angenehme Überraschung gesorgt, denn sie konnten dem doch etwas vorhersehbar gewordenen Genre durch detailverliebte Kompositionen und dichte Atmosphäre etwas frischen Wind einhauchen. Der neueste Streich der Band aus Salt Lake City hört nun auf den Namen "Self Inflicted" und obwohl der Einstieg wirklich vielverpsrechend klingt, macht sich auf voller Länge leider ein wenig Ernüchterung breit.

 

Der Opener "Welcome Back" wütet noch ziemlich furios drauflos und erinnert in Sachen Dynamik und Aggressivität (positiv) an das inzwischen etwas in Vergessenheit geratene Debüt von BRING ME THE HORIZON (ihr wisst schon, "Count Your Blessings", als der Herr Sykes tatsächlich noch richtig fies rumkeifen konnte). "Four Horsemen" weiß ebenfalls zu überzeugen und hätte mit seiner finsteren Stimmung auch gut auf "Ashes To Ashes" stehen können. Danach setzen CHELSEA GRIN allerdings zu sehr auf die typischen Deathcore-Bausteine aus abgehackten Riffs, Breakdowns und recht konstantem Verharren im Midtempo; die Eintönigkeit schleicht sich ein.

 

Zwar gibt es musikalisch keine wirklichen Totalausfälle, aber man schafft es auch nur vereinzelt, an die Klasse des Vorgängers anzuknüpfen. "Scratching And Screaming" lässt z.B. mit überaus gelungener Laut-Leise-Dynamik aufhorchen und beim melodischen "Never, Forever" überrraschen CHELSEA GRIN, indem sie das enge Deathcore-Korsett für ein paar Minuten komplett abstreifen und sich dem Post-Hardcore und Metalcore öffnen.

 

Allgemein ist "Self Inflicted" also eine etwas durchwachsene Angelegenheit. Auf der einen Seite gibt es solide aber vorhersehbare Deathcore-Stangenware, mit der CHELSEA GRIN sich nicht aus der Flut ähnlich gearteter Bands hervortun können. Über Lyrics wie die von "Love Song" legt man außerdem lieber den Mantel des Schweigens. Andererseit liefert die Band ein paar wirklich tolle Songs ab, die vermuten lassen, dass hier deutlich mehr drin gewesen wäre. Eingefleischte Deathcore-Fans können sich "Self Inflicted" wohl bedenkenlos anschaffen, im direkten Vergleich mit dem Vorgänger zieht die Scheibe aber ganz klar den Kürzeren.

 

Autor

Bild Autor

Hans

Autoren Bio

Meine großen Leidenschaften: Literatur und laute Musik. Plattenkritiken liegen nahe.

Suche

Social Media