Plattenkritik

Caliban - Coverfield

Redaktions-Rating

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Release Date: 13.05.2011
Datum Review: 09.05.2011

Caliban - Coverfield

 

CALIBAN dürften sich mittlerweile längst ihrer Stellung in der deutschen Metalcore-Szene bewusst sein. Sie müssten es gewohnt sein, mit jedem Album aufs Neue zu polarisieren. Der Zug um ernst genommen zu werden ist ja eh seit der „Shadow Hearts“ abgefahren, und so stört sich der stereotypische Szenegänger an einem neuen CALIBAN-Album schon aus Prinzip – und das auch, wenn zwischendurch mal ein richtig gutes Album wie „The Awakening“ noch zu Tage gebracht wird. Jedenfalls ist ihre neue EP „Coverfield“ fast schon so etwas wie eine Provokation, oder zumindest ein bewusstes Spiel mit den teils doch recht lächerlichen Reaktionen auf diese Band in den letzten Jahren. Schließlich sind alle vier „geehrten“ Bands auf der EP Legenden im Musikgeschäft, oder zumindest ganz große Tiere – oder (wie im Falle RAMMSTEIN) nicht weniger polarisierend. Und vor allem sind es – wie im Beispiel „Helter Skelter“ – völlig neue Interpretationen klassischer Songs, die beim Ziehen durch den CALIBAN-Kakao beinahe trashig anmuten. CALIBAN schießen sich damit also auch in gewisser Weise selbst ins Aus, sodass sie es spätestens jetzt selbst Schuld sind, wenn man sie nicht mehr ernst nimmt.

So ist schon das Cover des alten RAMMSTEIN-Gassenhauers „Sonne“ wie geschaffen für die nächste Bad-Taste-Party. Die Mischung aus Andreas Dörners typischen Scream- und Shout-Einlagen und Gesangs- und Keyboard-Samples, die aufgrund ihrer Ähnlichkeit wie direkt aus dem Original-Songs importiert wirken (und es wahrscheinlich auch sind) sind vielleicht im Proberaum mal ganz lustig, oder höchstens für eine einmalige Live-Einlage. Auf Platte wirken CALIBAN damit hingegen eher albern. Ähnlich verhält es sich mit dem TYPE-O-NEGATIVE-Cover zu „My Girlfriend’s Girlfriend“, für das sich Peter Steele sicher im Grab drehen würde, würde er diese „Interpretation“ seines Songs hören müssen. Generell wirken CALIBAN mit ihren Coverversionen überhaupt nicht so, als meinten sie all das Bitterernst. Vielleicht ist man auch damit falsch beraten, diese EP so stark auf die Goldwaage zu legen.

Etwas versöhnlicher wirkt die Band hingegen mit „Blinded By Fear“, weil die Band für dieses AT-THE-GATES-Cover nicht viel am alten Sound rumschrauben musste. Vielleicht kann man CALIBAN immerhin hier etwas Ernsthaftigkeit zusprechen: Nämlich für eine Verbeugung vor den (Mit-)Schaffern ihres Sounds. Das abschließende BEATLES-Cover zu „Helter Skelter“ wirkt ebenfalls weniger trashig als man zunächst vermuten könnte. Zwar bleibt das Original unerreicht, jedoch kann man sich durchaus eingestehen dass CALIBANs-Version mit ihren Spoken-Word-Einlagen und Metal-Gitarren ihren ganz eigenen Reiz hat.

So bleibt mit „Coverfield“ vor allem ein gemischter Eindruck und die Frage, wie man das alles nun wirklich aufnehmen soll. Aber mit diesem Maß an angerichteter Verstreuung haben CALIBAN wohl genau ihr Ziel erreicht – und dazu mit einem kleinen Augenzwinkern eine nette Antwort auf all die vorangegangenen Reaktionen der Szene gegeben. Genauso gut kann man „Coverfield“ aber auch einfach als eine knappe Ansammlung größtenteils eher durchwachsener Cover ansehen, die für mehr als den einmaligen „Witz" kaum etwas taugt.

Tracklist:

1. My Girlfriend’s Girlfriend (Type O Negative Cover)
2. Sonne (Rammstein Cover)
3. Blinded By Fear (At The Gates Cover)
4. Helter Skelter (The Beatles Cover)

Alte Kommentare

von @Olli 10.05.2011 07:56

schönes review! ich finde allein die titelauswahl mega lahm! "Blinded By Fear" ist viel besser von FLESHGOD APOCALYPSE wiedergegeben worden und wenn CALIBAN mir erzählen wollen, dass sie von "Helter Skelter" inspiriert wurden dann muss ich echt lachen. mal davon abgesehen wurde dieser song bereits 1.000 mal gecovert. "Sonne" ist mutig und ok und das TON cover für die tonne.

von DrFaust 10.05.2011 08:11

Ich versteh immer noch nicht wieso die Platte nur 4 Tracks hat. Laut der News in der Coverfield angekündigt wurde, haben sie im Studio 13 Songs aufgenommen. Wieso also nicht ein ganzes Coveralbum sonder soeine 4-Track-Scheiße?

von Clement 10.05.2011 08:22

@DrFaust: 4 reichen völlig...

von caliban 10.05.2011 08:43

haben doch noch nie was anderes gemacht als zu covern, wieso stehen sie auf einmal dazu?

von veganhardcore 10.05.2011 09:32

at the gates covert man nicht! eben weil es ncihts taugen kann!

von xxpeterxx 10.05.2011 09:46

Auf anderen Plattformen wird die EP deutlich besser bewertet. Der Reviewer ist hier vorbelastet gestartet. Die haben eh nie was anderes gemacht, ausser gecovert..? Ach herje...^^ Immerhin sind die schon angefangen, als ihr noch Beginner gehört, und GANG-Hosen getragen habt.^^

von Clement 10.05.2011 09:50

@xxpeterxx: naja, schlecht bewertet ist bei 4 songs relativ. stell dir vor, die hätten 12 songs gecovert, dann wären es 12 punkte geworden. ich finde aber, dass olli seine meinung gut begründet hat und hier kein "abstrafen" stattfand.

von nicht schlecht... 10.05.2011 10:46

Caliban sind schon richtige Künstler, covern in einem Song die Beatles und Emmure (ab 2:48)

von das 10.05.2011 13:06

ist dann aber schon das zweite Coveralbum. Das erste war doch The Undying Darkness wo sie As I lay dying covern.

von Mastei 10.05.2011 14:43

^^^ Haha, bester Kommentar!

von caliban 10.05.2011 21:37

hießen anfangs noch never again... ...und waren ne ausgemachte morning again coverband. true story

von Tobe 11.05.2011 18:44

naja, ich persönlich kann caliban schon seit kurz nach der shadow hearts nicht mehr ernst nehmen. aber das sei wohl jedem selbst überlassen. als beispiel: so aussagen vom gitarristen dass ihm der sound und die produktion wichtiger sind als die songs an sich (sinngemäss) kommen bei mir einfach nicht gut an. wenn ich noch wüsste welches das betreffende interview war würd ichs verlinken. und rein von musik seite aus gesehen geben die mir absolut gar nichts mehr. wahrscheinlich wie immer geschmackssache.

von huff 11.05.2011 19:11

Caliban > deine Lieblingsband nur kein Neid ;)

von TOM 11.05.2011 20:51

Die waren doch schon immer ne coverband...zuerst mornin again und arkangel, dann As i lay dying, dann bleeding through,bury your dead etcetctec

von Clement 19.05.2011 13:12

@xxpeterxx: du sagst "Auf anderen Plattformen wird die EP deutlich besser bewertet" - wo denn?

von DrFaust 19.05.2011 13:21

Ist doch klar: http://www.calibanmetal.com/ und http://www.centurymedia.com Wo sonst? :D

von @xxpeterxx 19.05.2011 15:17

Ich hör immer noch Beginner und trag Baggies, die EP is trotzdem scheisse :-D

von Rudi. 19.05.2011 17:59

Haha ! CALIBAN sind doof und alle machen sich über sie lustig. Ein Riesenspaß ! ! ! :-))

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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