Plattenkritik

Carcass - Surgical Steel

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Release Date: 13.09.2013
Datum Review: 14.09.2013

Carcass - Surgical Steel

 

Sage und schreibe 17 Jahre nach ihrem letzten Album „Swansong“ und gut fünf Jahre nach Wiedervereinigung veröffentlichen CARCASS dieser Tage ein neues Studioalbum. „Surgical Steel“ ist, zählt man die zahlreichen Compilations nicht dazu, das siebte Album der Briten. An der Besetzung hat sich seither natürlich einiges getan. An der Seite von Jeff Walkers musiziert zwar weiterhin Bill Steer, Michael Amott und Adrian Erlandsson verließen die Band letztes Jahr aber in Richtung ARCH ENEMY. Ersetzt wurden sie durch Daniel Wilding (Ex-ABORTED) hinter den Kesseln und Ben Ash an der zweiten Gitarre. Nachdem man sich nun fünf Jahre warmgespielt hat, nehmen CARCASS nun mit „Surgical Steel“ den Death-Metal-Thron ins Visier.

Eröffnet wird diese Mission von „1985“ (Das Jahr in dem sich der CARCASS-Vorgänger DISATTACK gründete), einem Instrumental-Stück. Fast schon minimalistisch eben doppelläufige Gitarren mit einem epischen Melodiebogen den Weg. Danach gibt es kein Halten mehr. Mit „Thrasher's Abbatoir“ und „Cadaver Pouch Conveyor System“ holt man gleich zu Beginn den Knüppel aus dem Sack und präsentiert CARCASS-Songs aller erster Güte. Als hätte es nie eine Pause gegeben, als hätte man das streitbare „Swansong“ nie geschrieben. Spätestens nach dem hymnischen „The Master Butcher's Apron“, das in dieser Form auch auf „Heartwork“ eine tragende Rolle eingenommen hätte, sollten alle Zweifel weggewischt sein. CARCASS haben es immer noch drauf – Und sind vielleicht auch besser denn je?! Jeff Walkers Stimme klingt immer noch giftig, Bill Steer und Ben Ash (der Michael Amott fast vergessen macht) duellieren sich unentwegt mit hyperschnellen Gitarrensoli und messerscharfen Riffs und Daniel Wilding macht mit seinem technisch versierten Schlagzeugspiel Ken Owen fast vergessen. Owen, der 1999 nach einer Hirnblutung ins Koma fiel, haben CARCASS jedoch keineswegs außen vor gelassen – Er ist in einigen Songs mit Hintergrundgesang vertreten. Das ungewöhnlichste (und vielleicht auch beste) Stück „Mount Of Execution“ haben sich CARCASS für den Abschluss des Albums aufgehoben. Innerhalb von gut acht Minuten resümieren die Briten quasi ihr gesamtes Schaffen, setzen genauso auf Akustikgitarre wie auf unvorhersehbare Breaks und versehen den Track schlussendlich mit einem gelungenen Spannungsbogen. Ganz großes Kino!

Als wäre nichts gewesen veröffentlichen CARCASS mit „Surgical Steel“ einen Brecher aller erster Güte. Merkte man dem Vierer live schon die unbändige Spielfreude an, haben sie es glücklicherweise geschafft diese auch auf die Aufnahme zu transportieren. Technisch hochwertig und gespickt mit guten Songideen, stellt „Surgical Steel“ eine Machtdemonstration dar - Nach 17 Jahren Abstinenz immer noch Speerspitze!

Tracklist:

01. 1985
02. Thrasher's Abattoir
03. Cadaver Pouch Conveyor System
04. A Congealed Clot Of Blood
05. The Master Butcher's Apron
06. Noncompliance to ASTM F 899-12 Standard
07. The Granulating Dark Satanic Mills
08. Unfit For Human Consumption
09. 316 L Grade Surgical Steel
10. Captive Bolt Pistol
11. Mount Of Execution

Alte Kommentare

von zerschmetterling 14.09.2013 17:59

ich liebe es

von Etwas weniger... 15.09.2013 13:40

"...eine Machtdemonstration dar - Nach 17 Jahren Abstinenz immer noch Speerspitze!" Wei oh wei.. Testosteroneüberproduktion?

von xn 16.09.2013 20:41

...aber in der Tat ein wirklich starkes Album.

von twin 16.09.2013 21:50

das album ist echt gut, hatte aber irgendwie mehr erwartet.

von xasgx 17.09.2013 14:51

sicher gutes album, aber auch ich hätte mir mehr erwartet. bin seit 1992 carcass fan und schon irgendwie ein bißchen enttäuscht. 3 bis 4 gute songs ansonsten eher gut bis mittelmaß anstatt super gut

von Tobe 18.09.2013 08:01

seh ich ähnlich, sicher kein schlechtes album, im gegenteil, aber auch nicht sooo genial wie mancherorts beschrieben. hatte irgendwie an die "altherrentruppe" aber iwie hatte ich auch keine besonderen erwartungen

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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