Plattenkritik

Carnifex - Until I Feel Nothing

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 24.10.2011
Datum Review: 27.10.2011

Carnifex - Until I Feel Nothing

 

Mitte? Nein danke! Entweder werden CARNIFEX gehasst oder geliebt. Wer dem Deathcore ihrer bisherigen Alben nichts abgewinnen konnte, wird auch bei “Until I Feel Nothing“ die Nase rümpfen. Wer jedoch die technische Erhabenheit und die brutale Eleganz mochte, wird mal wieder voll auf seine Kosten kommen. Tim Lambesis hat als Produzent gut daran getan, die instrumentalen Kabinettstückchen nicht zu fettig zu braten, sondern mit Transparenz und Bühnenfeeling zu ummanteln. Schwindelerregend nach wie vor die Gitarrenläufe, die so catchy Deathcore im ureigensten Sinne sind, dass es fast old schoolig in diesem doch noch jüngeren Genre schimmert. Insgesamt gehen die Kalifornier mit ihrem vierten Output weg vom Death Metal und integrieren zu Hauf den Core so als wollen sie mit aller Macht „Im dichten Deathcore Dickicht, zocken CARNIFEX richtig!” auf Presseinfos pinseln. Auch bauen sie wieder viele Tempowechsel in der Weise ein, von ruhig über ruhiger abrupt ins Vollgas zu schalten und so kannenweise Dynamik auf die Blume „Until I Feel Nothing“ zu gießen. Zudem jonglieren sie gekonnt mit Key-Klängen, Symphonie und in homogenen gelenkter Wahnsinn geben sich häufig Wangenküsschen. Der Schlag in die Fresse folgt zugleich durch derbe Breaks, die nach wie vor zum Standardrepertoire der abermals gereiften Band gehören und erst das Steak blutig werden lassen. Zum Verzehr gehört ein guter Rotwein, der wird gereicht durch die im Vergleich zu den Voralben immer mehr aufholenden Harmonien, die zum festen Bestandteil auf „Until I Feel Nothing“ gehören. Manchmal, aber auch nur manchmal (Beispiel: „We Spoke Of Lies“) ist die Entfernung zu TBDM nicht mehr weit, vielleicht der richtige Weg für die Band, noch erfolgreicher im aggressiven Melodic Death zu angeln. Wenn im „Deathwish“ Intro „Fuck The World“ geplärrt wird, dann ist das aufgrund der erneut überzeugenden Gesamtleistung gerade nicht als Understatement zu verstehen.

Tracklist:
01. Deathwish (1:19)
02. We Spoke Of Lies (2:56)
03. A Grave To Blame (3:38)
04. Dead But Dreaming (3:51)
05. Creation Defaced (4:14)
06. Dehumanize (3:00)
07. Until I Feel Nothing (3:51)
08. Never Forgive Me (3:04)
09. Wretched Entropy (2:51)
10. Curse My Name (3:27)

Alte Kommentare

von also 28.10.2011 20:55

das ist wirklich ein sehr gutes review. stimme dir absolut zu. vor allem der anfang sagt alles^^

Autor

Bild Autor

Clement

Autoren Bio

Ich fühle mich zu alt

Suche

Social Media