Plattenkritik

Carpathian - Isolation

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Release Date: 21.11.2008
Datum Review: 04.12.2008

Carpathian - Isolation

 

Modern Hardcore in Moll. Die Down Under-Pessimisten von CARPATHIAN haben sich weitestgehend emanzipiert von Mosh und Co. Dafür klingen sie auf ihrem Deathwish-Debüt an einigen Stellen frappierend nach langsameren THE CARRIER. Der neu gewonnenen klaustrophobischen Stimmung ihres Zweitwerkes tut das jedoch keinen Abbruch.

Es ist, als lauschte man einer komplett anderen Band. Vom betont toughen Hardcore des Vorgängerwerkes "Nothing To Lose" ist jedenfalls verschwindend wenig übriggeblieben. Auf "Isolation" (in der Bandheimat bereits vor Monaten über ein anderes Label veröffentlicht) regiert titel- und artworkgemäß eine mehr als niederschmetternde Melange aus schleppendem Midtempo-Hardcore, der nur noch an einigen Stellen mit metallischer Legierung arbeitet und stets an den richtigen Stellen von unterschwelliger Melodik begleitet wird. Auf lyrischer Ebene werden in Sachen Weltschmerz und Pessimismus ebenfalls keine Gefangenen gemacht. Rauscht während der ersten Hördurchgänge noch einiges am Konsumenten vorbei, nimmt "Isolation" an Intensität kontinuierlich zu. Zwar wurden die Chöre auf ein verträglicheres Maß zurückgeschraubt, wirken dadurch allerdings vor allem im grandiosen melodisch-aufbrechenden Schluss von 'Sun Heights' und im schnelleren 'Spirals' umso intensiver. Auch die Gastbeiträge von SHIPWRECK A.D.-Bücherwurm JD und Hardcorepädagoge Patrick Flynn von HAVE HEART – ausgerechnet bei Songs, die so heißen wie anbetungswürdige Bands – stellen sich vollends in den Dienst der Stücke. 'Cursed' und 'Ceremony' zählen jedenfalls definitiv zu den Highlights des äußert durchschlagend von Jay Maas (Gitarrist/Sänger bei DEFEATER und Produzent von u.a. IN REMEMBRANCE und SOUL CONTROL) aufgenommenen Werkes. Bleibt abzuwarten wie Anhänger der „alten“ CARPATHIAN mit der Entwicklung der Band umgehen. Unbedarfte Hörer, die Bands wie eingangs genannte THE CARRIER oder deprimiert-melodischen modernen Hardcore im Speziellen verehren, bekommen eine Platte serviert, die nicht mit ihrer Atmosphäre und Härte protzt, sondern stetig und umso intensiver für sich einnimmt.

Tracklist:

01: Isolation
02: Cursed
03: Spirals
04: Insomnia
05: The Cold Front
06: Deadbeats From Deadhearts
07: Sun Heights
08: Seventyk
09: Ceremony
10: Permanent

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René

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