Plattenkritik

CASPIAN - Dust And Disquiet

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Info

Release Date: 25.09.2015
Datum Review: 04.10.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Separation No. 2
02. Ríoseco
03. Arcs of Command
04. Echo and Abyss
05. Run Dry
06. Equal Night
07. Sad Heart of Mine
08. Darkfield
09. Aeternum Vale
10. Dust and Disquiet

Band Mitglieder

 

Philip Jamieson - Gitarre, Glockenspiel
Calvin Joss - Schlagzeug
Joe Vickers - Gitarre
Erin Burke-Muran - E-Bass
Jani Zubkovs - Gitarre, Glockenspiel

CASPIAN - Dust And Disquiet

 

Wer sich für das Genre interessiert (hat) weiß, das Post-Rock mittlerweile eigentlich ein totgerittenes Pferd ist. Man hat schon alles gehört: Die Laut-Leise-Dynamik, die weiten Melodiebögen, ganze Orchester und kleine Streicher-Ensemble.
CASPIAN trumpften nie damit auf die großen Innovatoren gewesen zu sein, dies überließ man den kanadischen, schottischen oder gar isländischen Kollegen. CASPIAN waren bislang immer dafür bekannt einfach gute Musik zu schreiben und, da wird jeder beipflichten der „Sycamore“ jemals live gesehen hat, eine überragende Live-Band zu sein. „Dust And Disquiet“ ändert daran nichts. Noch immer bringen CASPIAN Post-Rock nicht nach vorne – Das wollen sie auch nicht.
Vielmehr gelingt ihnen einen Schritt aus dem Genre hinaus, ohne dabei ihre Wurzeln zu verleugnen.

Drei Jahre sind vergangen, als CASPIAN mit „Waking Season“ ihr letztes Album veröffentlichten. Überschattet wird dieser Zeitraum natürlich vom tragischen Tod des Bassisten Chris Friedrich.
CASPIAN haben diesen Rückschlag genutzt um sich kreativ neu zu finden. „Dust And Disquiet“ zeigt eine Band, die sich auf dem Gipfel ihrer Kreativität zu befinden scheint. Es gelingt den fünf Musikern spielerisch mit „Run Dry“ eine zerbrechliche Ballade im Zentrum des Werks zu platzieren, die nicht aus dem Rahmen fällt. Ja, ihr lest richtig, CASPIAN haben die elektrischen Gitarren zur Seite gelegt und den Vocoder, der noch auf dem letzten Album für Gesang benutzt wurde, abgestellt. Sowohl auf dem klassischen Post-Rock-Stück „Echo And Abyss“ wird gesungen, als auch auf dem angesprochenen „Run Dry“. Darum versammeln sich eine Reihe an Songs, die von Rhythmik getrieben sind („Darkfield“) und andere, die sich auf Tremolo-Gitarre und Crescendo fokussieren („Arcs And Command“ oder „Dust And Disquiet“). Aber auch Trompeten und andere, Rock-fremde Instrumente finden dazwischen irgendwo Platz (Auf „Seperation No.2“ zum Beispiel). Alles fließt perfekt zusammen, alles fühlt sich wie eine Einheit an.

Es gelingt CASPIAN so einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Sich der Stilistik des Post-Rocks zu bedienen, diese gleichzeitig aber mit anderen, mehr oder minder genrefremden Elementen zu unterfüttern. So ist „Dust And Disquiet“ am Ende wieder ein großartig funktionierendes Album voller kleiner Überraschungen, das die Band wohl auf dem Zenit ihres Schaffens präsentiert.

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Manuel

Autoren Bio

Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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