Plattenkritik

Cellout - Superstar Prototype

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Release Date: 22.07.2011
Datum Review: 14.07.2011

Cellout - Superstar Prototype

 

Schweden kämpft. Stetig. Nicht nur gegen unmenschliche Alkoholpreise oder gemeine einheimische Mückenarten, sondern genauso gegen die hochgestochene Wiederverwertung von Metalriffs aus den frühen 00ern.

Fakt 1: „Superstar Prototype“. Fakt 2: CELLOUT. Noch Fragen? Die Stockholmer Band bläst sich zwischen lässig und peinlich durch das Potpourri, was damals mit „Nu“ betitelt wurde. Sänger Percy sorgt für glatte Refrains mit Melodie und Gespür, während Robert, Martin und Anders „Dark Days“ oder „The Gift“ von hinten blickdicht schnüren. Wer keine Adjektive mag, kann auch DROWNING POOL trifft auf MACHINE HEAD oder DEFTONES dazu sagen, jedoch wirkt „Superstar Prototype“ an zu vielen Stellen zu dröge abgekupfert und wollend kommerziell eingespielt. So wartet in beinahe jedem Song die „perfekt-geleckte“ Hookline („Blow“) ohne authentisches Feingefühl, nach der „must-have“-Ballade „Flooded“ (mit über fünf Minuten Spielzeit erstmal zu verdauen...) will „Set Things Straight“ überschlagend mit Doublebasseinsatz und Gitarrengeriffe das Metaldasein rechtfertigen. Das haben CELLOUT gar nicht nötig, denn was die Schweden hier zusammen mit Michael Phelan und Ulrich Wild (u.a. PANTERA, STATIC-X) zusammengemischt haben, wird durchaus Begeisterung und Anklang finden. „Breathe“ oder „In My Arms“ sind moderne und fette Rocksongs mit gesunder Metalnote, die von langhaarigen Bikern und Moshpityoungstern gleichermaßen abgefeiert werden wollen. Auch wissen die vier Gniedelprotze, wie Gitarre spielen und böse gucken funktioniert.
CELLOUT fehlt es als Band jedoch an Glaubwürdigkeit, „Superstar Prototype“ hingegen auf keinen Fall an Selbstbewusstsein. Wer NICKELBACK in die Wüste schicken möchte, die alten Zeiten um DISTURBED oder frühe Nu-Metal-Päpste aber deutlich vermisst, der sollte sich CELLOUT in großzügiger Lautstärke auf den Kopfhörer legen und wird letztlich hören, dass sich in Schweden das Kämpfen (noch) lohnt.

Trackliste:

01. Dark Days
02. All My Demons Inside
03. The Gift
04. Flooded
05. Set Things Straight
06. Blow
07. Breathe
08. As I Fall
09. Fake
10. In My Arms
11. The Tragedy In You

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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