Plattenkritik

Charred Walls Of The Damned - Cold Winds On Timeless Days

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Release Date: 07.10.2011
Datum Review: 05.10.2011

Charred Walls Of The Damned - Cold Winds On Timeless Days

 

Das Charakteristische an einer Supergroup ist doch, dass sich diese nach einem fulminanten Album in alle Winde auflöst und daher der musikalischen Zusammenkunft von Anfang an der Mief eines Projektes anhing.

Nicht so CHARRED WALLS OF THE DAMNED, die ein Jahr nach ihrem selbstbetitelten Überalbum erneut ausholen und „Cold Winds On Timeless Days“ über Metal Blade veröffentlichen. Allein die Namen und Vergangenheiten der einzelnen Protagonisten reichen aus, um dahin zu schwelgen und beruhigt ob der musikalischen Qualität bereits vor Hörgenuss mit den Lauschern zu schnalzen. Und tatsächlich: Die Band um Boss Richard Christy (Drums), die mit Tim „Ripper“ Owens (Vocals), Jason Suecof (Guitar) und Steve Digiorgio (Bass) komplettiert wird, hat erneut dem amerikanischen Power Metal dringend benötigtes Leben eingehaucht.

Im Gegensatz zu Christy’s ex-Band ICED EARTH fährt sich das Quartett niemals im Gleichgelagerten fest, sondern schießt aus allen Rohren mit Variabilität, Einfallsreichtum und spielerischen Köstlichkeiten. Die Ausnahmestimme des Rippers trägt diesmal so viel Melancholie in sich, dass der Hörer den Tränen nahe alles um ihn herum Befindliche zum Trösten in die Arme schließen möchte. Er muss natürlich aufpassen, dass er anstatt zu knuddeln bei den harschen Black Metal Versatzstücken und im Blast vorgetragenen Passagen nicht die Kontenance verliert und anstatt zu liebkosen aggressiv draufhaut. Christy’s Drumarbeit füllt den Hintergrund wunderbar aus und offenbart einen ureigenen Rhythmus, der allen Songs innewohnt. Wenn dann noch die Gitarrenarbeit von Spaßvogel Suecof, der auch als Produzent tätig war (und das mehr als nur gut und damit passend zum Gesamteindruck!), alle Register zieht und sich in gnadenlos ausgefeilten Soli verstrickt, bleibt eigentlich nur noch der Beifall. Denn auch auf „Cold Winds On Timeless Days“ legen CHARRED WALLS OF THE DAMNED den Schwerpunkt auf anmutige Refrains, die teils ausladend, teils auf den Punkt kommend eine intensive und vielschichtige Atmosphäre hinterlassen und zur Dauerrotation (verbunden mit -erektion) einladen.

Wer technisch ausgefeilten und modern vorgetragenen Power Metal als Hörgenuss sein eigen nennt und dabei auch leisere Töne nicht vorbei ziehen lassen möchte, der kommt nach wie vor an dieser Ausnahmeband nicht vorbei. Warum bei all dieser musikalischen Versiertheit wiederum ein solch kitschiges (nett ausgedrückt) Coverartwork gewählt wurde, ist leider nicht nachzuvollziehen. Aber auf den Inhalt kommt es an…

Tracklist:
1. Timeless Days
2. Ashes Falling Upon Us
3. Zerospan
4. Cold Winds
5. Lead The Way
6. Forever Marching On
7. Guiding Me
8. The Beast Outside My Window
9. On Unclean Ground
10. Bloodworm
11. Admire The Heroes
12. Avoid The Light

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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