Plattenkritik

Chow Chow - Colours and Lines

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Release Date: 17.08.2007
Datum Review: 30.06.2007

Chow Chow - Colours and Lines

 

Eigentlich sollte hier wohl etwas stehen zu CHOW CHOW. Dazu, dass die Band, bestehend aus 3 Musikern, die es zufälligerweise geschafft haben alle Zutaten einzubringen, die es braucht, um als Hipster durchzugehen, endlich ein Album rausbringt. Allerdings wird die Veröffentlichung des Debüts „Colours and Lines“ vom Tod des Frontmannes Iain Smith überschattet, der tragischerweise am 24. Juni 2007 verstarb. Die Zukunft von CHOW CHOW steht damit in den Sternen.

Was bleibt ist „Colours and Lines“, und zumindest diesem Release sollte man gerade jetzt die größtmögliche Objektivität entgegenbringen, und sich nicht unbedingt von Kondolenzbezeugungen leiten lassen, so schwer es auch fällt. CHOW CHOW, das sind/waren vor allem 2 Exil-Kanadier und ein neuseeländischer Drummer als Exotenbonus, die aus Edmonton die kanadische Melodielastigkeit nach London gebracht, und dort mit der akuten Tanzboden-Affinität der Insel zusammengebracht haben. Wahrscheinlich wäre es nun möglich, Unmengen von Zeilen mit Referenzen zu füllen.

Es sind derer nämlich viele. Sehr, sehr viele. Grob gesagt spielen CHOW CHOW eine Art Upgrade des FRANZ FERDINAND Sounds, angepasst an moderne Gegebenheiten, ebenfalls zwingend tanzbar, aber eher in einer Ecke mit KLAXONS und SHITDISCO (aber auch ART BRUT), statt GANG OF FOUR und THE CURE. Gelegentliche INTERPOL Verweise lassen sich in der Schwermut eines „Bright Lights“ nicht vermeiden. Und wo INTERPOL draufsteht, da können JOY DIVISION nicht weit sein. „Lost In The 3D’s“ dreht treibende PIXIES Muster durch den Noise-Wolf und !!! (CHK-CHK-CHK) sind ebenfalls in den kruden Sounds und Samples von „Skeleton With Hair“ wiederzufinden.

„Colours and Lines“ ist kein Meisterwerk. Es ist kein generationsprägendes Jugendwerk, das später als Maßstab einer im Noise verankerten Disco-Punk Band angesehen wird. Es ist aber ein schönes Album, das aufzeigt, in welche Richtung sich die hippe Party-Kultur bewegt, und in seinem manischen Vorwärtsdrang ein trauriges Denkmal der Vergänglichkeit.


1. Suits Like Animals
2. Dear Francis
3. Skeleton With Hair
4. Lost In The 3D’s
5. Candi
6. Metallica (early)
7. Bright Lights
8. Sit Down Synth

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Dennis

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