Plattenkritik

Chris Connelly - The Episodes

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Release Date: 06.07.2007
Datum Review: 03.08.2007

Chris Connelly - The Episodes

 

Chris Connelly hat wohl nun endgültig den Schrank mit den Pfannen, Töpfen, Klanghölzern und gewöhnungsbedürftigen Spielereien für sich entdeckt. Und einmal geöffnet, lässt sich diese Büchse der Pandora nicht mehr schließen.

Das ehemalige MINISTRY Mitglied entfernt sich auf Solopfaden immer weiter vom maschinellen Industrial und frönt, Eskapismus sei dank, beseeltem Folk. �The Episodes� ist die logische Konsequenz der Flucht vor der Moderne. Als �gewöhnlichen� Folk aber lassen sich die sieben Songs nicht abstempeln. Mit einer durchschnittlichen Länge von 8-10 Minuten pro Song kann man das hier getrost als Prog-Folk bezeichnen, wenn nicht sogar als völlig verschwurbelten und erschreckend hypnotischen Psychedelic Amoklauf eines Songwriters, mit offensichtlichem Überfluss an Mitteln und Einfällen.

Es beginnt noch recht traditionell mit einem jazzigen Arrangement in �Mirror Lips�, das in gleichen Teilen an Bowie und Morrissey erinnert. Über 8 Minuten wird hier die Gitarre energisch geschrammelt und ein sanftes Xylophon gibt den gefälligen Konterpart zu Connellys klagendem Gesang, der sich textlich meilenweit von banaler Alltagslyrik entfernt und eher an Musik gewordene Lyrik denken lässt. Die Romantik lässt grüßen. �The Son Of Empty Sam� scheint auf den ersten Blick ein psychedelischer Blues zu sein, komplett mit DOORS Orgel und vor Schmerz aufjaulender Gitarre. Etwa 5 Minuten hält der Zustand des Bekannten an, ab da dreht Connelly ab und begibt sich auf eine trippige Reise in das Herz der Dissonanz und das Reich der Räucherstäbchen, Xylophone und Bratpfannen. Es wird mit Foyer-Sounds, Zwischenspielen, Spoken Word Einlagen und Reprisen (�The Son Of Empty Sequel�) nur so um sich geworfen. Die Romantik lässt grüßen. Nur eine Frage der Zeit, bis Connelly aufheulen wird �Vanitas, o, Vanitas!�

Ein verstörendes Album, das in seiner hypnotischen Soundkulisse, ohne es wirklich beabsichtigt zu haben, trippiger daherkommt, als so manche 60er Errungenschaft. Fragt sich nur, ob man wirklich zu Connelly greift, oder doch eher zum Räucherstäbchen. Eine Gewissensfrage.




1.Mirror Lips
2.The Son Of Empty Sam
3.Every Ghost Has An Orchestra
4.Henry vs Miller
5.Soul Boys / Hard Legends
6.The Son Of Empty Sequel
7.Empty Coda


6 Skulls

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Dennis

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