Plattenkritik

Chunk! No, Captain Chunk! - Pardon My French

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Release Date: 30.04.2013
Datum Review: 02.05.2013

Chunk! No, Captain Chunk! - Pardon My French

 

Kein guter Tag – an dem auch die unschuldigen Goonies mit Tränen in den Augen feststellen, bis zu welchem Lächerlichkeitslevel ein eigentlich agiles Wörtchen wie „Motherfucker“ verkommen kann. CHUNK! NO, CAPTAIN CHUNK! bitten zwar vorausschauend um Verzeihung, machen aber während den nachfolgenden vierzig Minuten viele Freundschaftsanleihen zunichte. Nicht gerade ein "Day To Remember"...

Immerhin bilden CHUNK! NO, CAPTAIN CHUNK! eine kleine Ausnahme, denn sie dürfen Paris ihre Heimat nennen. Auch bis dorthin dringen Rockmusiktrends vor, und entsprechend Nachwehen zurück. Während die fünf Franzosen auf dem Foto noch artig und schüchtern in die Linse schauen, wird mit „Restart“ schon gestampft – bei „Bipolar Mind“ dann sogar brutal geflucht: „This Motherfucker Is In My Head /Take It Out!“ Aber zu spät: Auf „Pardon My French“ sind alle Genrehäkchen gesetzt und verankert, nichts auf dem Nachfolger zu „Something For Nothing“ wird dem Zufall oder der Innovation überlassen. Stimmlich bewegt sich Bert Poncet im Schatten seines Bruders und Gitarristen Eric so auffällig parallel zu – genau - A DAY TO REMEMBER, dass der „Vocal Editing“-Kollege in den Danksagungen gern erröten darf. Kaum eine Stelle des Albums, die nicht zwischen steril gesetzter Doublebass, metallischen Handkantenriffs und altbekanntem „Hier-Grunzen-Da-Glitzern“ am Mikrofon hervorsticht - zu abgegriffen und verladen klingen Titeltrack oder das in Produktions-Klischees ertrinkende „Taking Chances“.

„Between Your Lines“ könnte gar auf Jordan Pundiks Konto verbucht werden – so gleißend fließen die Harmonien aus dem Refrain, der dennoch nur einen mittleren Pegelstand neben FOUR YEAR STRONG und weiteren Popcore-Anführern erzielen kann.
CHUNK! NO, CAPTAIN CHUNK! machen sich ihre Sache generell etwas zu einfach. Statt Vorbilder und Genrepartner als Messlatte in die Höhe zu schrauben, kehren die Franzosen mit „Haters Gonna Hate“ pausenlos gähnende Uhrwerkpassagen zusammen und verzichten dank „So Close Yet So Far“ großzügigerweise nicht mal auf das nachdenklich angereicherte Pendant im letzten Albumviertel. Die wenigen Stellen, an denen „Pardon My French“ noch irgendwie ansteckt, sind im Bombast des Albums gut aufgehoben. Schwer wird es nur, sobald Passagen aus der Feder von CHUNK! NO, CAPTAIN CHUNK! sich behaupten sollen. Vielleicht hilft der bewahrte französische Charme wenigstens dabei.

Trackliste:

01. Restart
02. Taking Chances
03. Bipolar Mind
04. Haters Gonna Hate
05. The Progression Of Regression
06. Pardon My French
07. Between Your Lines
08. I Am Nothing Like You
09. Reasons To Turn Back
10. So Close Yet So Far
11. Miles And Decibles
12. The Best Is Yet To Come

Alte Kommentare

von WOLOLOOO 02.05.2013 21:57

Grauenhaftes Zeug für die #yoloswag-Generation.

von Henno 14.07.2013 18:40

Komplett Nutzlose Musik

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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