Plattenkritik

City And Colour - Little Hell

Redaktions-Rating

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Release Date: 17.06.2011
Datum Review: 11.06.2011

City And Colour - Little Hell

 

DALLAS GREEN ist bekannt dafür, dass er bei ALEXISONFIRE zum Core den Emo addiert. Seine Stimme macht in sovielen Songs eben jener Band den Moment aus, an welchem man zur Faust gerne die andere Hand in die Höhe reißt und die Verkrampfung lösen möchte. Vielleicht gerade darum muss eine solche Stimme auch mal alleine agieren. Das passiert nun zum dritten Mal unter dem Deckmantel CITY AND COLOUR. Subtrahiert werden hier abermals das Shouting und die verzerrten Gitarren, ansonsten ist seit Neuestem alles da. DALLAS GREEN versucht was Neues. Dass hier ein Singer- /Songwriter zur die Fäden in der Hand hält, möchte man nicht mehr glauben und das wird für Fans des alten CITY AND COLOUR etwas enttäuschend. Hier wird etwas neues gebaut und DALLAS GREEN wendet sich ziemlich weit von den Vorgängeralben ab.

Leider fällt ihm zunächst an Innovationen zum neuen Album nicht mehr ein, als zur Band noch mehr gleitende Slidegitarren dazu zu holen. Zumindest die ersten zwei Tracks schaffen es so einem Takteweise mit zuviel Countrygenöle auf den Nerv zu fallen. Aber DALLAS GREEN wäre nicht DALLAS GREEN, wenn er sich nicht auf das besinnen würde, was immer schon gefiel. „Grand Optimist“ schließt an das an, was schon seine alten Platten zum Erfolg werden ließ. Doch man hört, dass er doch ein bisschen mehr von KRISTOFER ÅSTRÖM mitgenommen hat, als eine Coverversion von „How Come Your Arms Not Around Me“. Besagter depressiver schwedischer Singer-/Songwriter hatte zu Beginn seiner Karriere auf „Go, Went, Gone“ auch noch so einen Spleen mit den Slides auf Stahlsaiten. Bleibt die Frage offen, ob DALLAS GREEN eine solche Orientierung nötig hat.

„Fragile Bird“ wird dann schon düster interpretiert und Herr GREEN zieht sich mehr und mehr von seinen Wurzeln zurück. Das Bild vom ruhigen Barden lässt sich hier aber auch nicht mehr aufrecht erhalten. Das ist eher düsterer vielschichtiger Pop -gottseidank- ohne Chartstauglichkeit aber mit Hitpotential und knarzigem Gitarrensolo. Das wäre sowas, um des Nachts unterm Sternenhimmel über den Highway zu brettern und den linken (selbstverständlich zutätowierten) Arm im Fahrtwind wehen zu lassen.

Im Grunde genommen hält CITY AND COLOUR was die Intonation des Gesangs angeht an den alten Sturkturen fest, kommt nur mit der Band im hintergrund in ganz neue Fahrwasser und wird so beliebig. DALLAS GREENS Stimme immer noch der Dominanzpunkt, der Rest wird poppig und negiert somit jeglichen Tiefgang, für welchen man ihn auf den letzten Platten noch so sehr verehrt hat.

„Northern Wind“ hat dann doch 100% Wiedererkennungspotential. Stimme, Gitarre, gedehntes, sehnsuchtsverzehrtes „Oh my love“ und eine dunkle Geige.

„O´Sister“ driftet zum Glück in gleicher Soundbesetzung in die Düsternis ab. Die “Roadmap of sorrow” weißt den Weg in die hallenden Hallen.

Das wars dann aber auch mit dem Altbekannten. Es schnulzt und countryt sich so weiter. Grundsätzlich ist ja gegen Innovationen nichts einzuwenden, aber sobald sie so dahingespuckt werden, muss man sich evtl. einmal kurz auf die guten Dinge des Lebens besinnen. Dieses Album gehört definitiv leider nicht dazu.

Tracklist:
1.We Found Each other In The Dark
2.Natural Disaster
3.The Grand Optimist
4.Little Hell
5.Fragile Bird
6.Northern Wind
7.O´Sister
8.Weightless
9.Sorrowing Man
10.Silver And Gold
11.Hope For Now

Alte Kommentare

von Enno 11.06.2011 19:32

Ganzes Album toll. 9 Punkte.

von progpunker 12.06.2011 08:40

das album ist der hammer :-) bei 9 Punkten geh ich locker mit ^^

von fußpils 12.06.2011 10:09

Witzig: Genau das, was im Review kritisiert wird, gefällt mir gerade an den neuen Sachen. Ich finde das Album bis auf ein, zwei Schwächen absolut gelungen und stimmig. Bis jetzt gefallen mir Little Hell, Fragile Bird, Weightless und Hope For Now mit Abstand am Besten. 9/10 - Danke Mr. Voice!

von Sxebastian83 12.06.2011 10:27

Geb den Vorrednern recht 9/10 kann dein Review nicht nachvollziehen was hast du erwartet? Soll er drei Alben ala Sometimes machen? das ist irgendwann ausgelutscht hatte am Anfang auch meine Zweifel aber gerade das "neue" mit Band weiss zu gefallen und die Platte wächst nach mehreren Hördurchgängen O´Sister Weightless Sorrowing Man sind ganz klare Anpieltipss und Ohrwürmer

von mal wieder 12.06.2011 12:51

ein Allschools review(er) der von nix ne ahnung hat, aber sich herausnimmt über qualität und niveau von musik zu "schreiben" album 7 Jule -10

von Raphael 12.06.2011 13:15

ich finde die platte auch wesentlich ausgereifter als noch die vorgängerplatten. er jammert zwar immernoch zuviel, aber musikalisch wirkt dsa inzwischen sehr viel (druck)voller. gefällt mir gut. gerade beim ersten song hört man auch deutlich den daniel romano sound heraus.

von Jule 12.06.2011 13:23

wie schön, dass hier kritiken an reviews doch noch ohne sinnloses niedergemache der verfasser stattfinden kann. gibt mir ein wenig den glauben an die leserschaft wieder. danke dafür!

von Alex G. 12.06.2011 13:28

Ich muss da auch den Vorrednern und den Lobshymnen zustimmen. Es braucht ein paar Durchläufe, dann ist es aber großartig. Gerade "Little Hell" als alleinstehenden Song finde ich unfassbar gut. Die "Hitdichte" ist auch gegeben. An die "Andersartigkeit" der Musik muss man sich aber tatsächlich erst einmal gewöhnen.

von herr green 12.06.2011 15:53

muss sagen am Anfang war ich skeptisch, aber ich lasse mich gerne vom Herrn Green überzeugen. Gesagt getan, hat sich wohl Herr Green gedacht.....finde das Album echt klasse...klar anders als Sometimes und co. aber wenn schon.... kann mich nur Sxebastian83 anschließen...ein Album a la Sometimes... was würde dann im ALbum review stehen...Stillstand....fehlende weiterentwicklung???

von ... 12.06.2011 16:05

4 Punkte? Aber nur das Review!

von das 12.06.2011 19:31

Album ist der Hammer! Ich muss zugeben, es hat bei mir auch nicht beim ersten Hören gezündet, aber danach umso mehr! Review: 4 Album: 9

von DrKolossos 12.06.2011 21:12

Sorry, aber die Review is ja mal ein totaler FAIL!! Ich meine gut...ist halt ihre Meinung, aber ich glaube dem Herrn Green zu unterstellen seine Musik sei lieblos, ist ja wohl wirklich ein Witz. Ich war selber sehr skeptisch, was das neue Album angeht. Gerade nachdem "Fragile Bird" im Netz auftauchte. Aber der Herr hats echt geschafft mich komplett umzustimmen. Ein absolut starkes Album. Und wie der Alex sagte - Little Hell als Song für sich ist absolut klasse! 9/10

von m. 13.06.2011 11:01

grottiges review. album absolute meisterklasse

von kevin 17.06.2011 17:30

Ich muss leider sagen, dass ich gerade Nothern Wind nicht so doll finde. Das hat auch nur Wiedererkennungswert weil es das selbe wie auf "Sometimes" and "BMYL" ist. 9/10

von bEn 18.06.2011 09:09

"gegen Innovationen nichts einzuwenden, aber sobald sie so dahingespuckt werden" das tut mir grad richtig weh in der seele. dallas green spuckt was dahin? das machen zwar eskimo callboy aber doch nicht so ein begnadeter vollblutmusiker?! schade, dass das album wirklich so eine schlechte kritik hier bekommt. ich zweifel da ehrlich gesagt, an der kompetenz des rezensierenden. naja, wenigstens ein punkt mehr als eskimo callboy... little hell gefällt mir auch als bester song! "dahingespuckt" - tz, versaut mir grad echt den morgen :-(

von alexv 18.06.2011 12:44

Kann mich da meinen Vorrednern nur anschließen. Großes Album, tolle Atmosphäre, sehr persönlich und mit Band-Unterstützung nun auch der nötige Druck bei einigen Liedern. Als ich den Stream vom SXSW-Festival gesehen habe, wo auch die alten Songs mit Band gespielt wurden, hat mich das echt umgehauen, da dieser Künstler einfach nicht an einer Stelle stehen bleibt. Little Hell ist genau der richtige Schritt gewesen. Aber jedem seine Meinung..

von Mastei 18.06.2011 13:57

Mir gefällt das Album auch nicht. Ich höre lieber Slayer!

von requos 18.06.2011 14:14

Tolles Album! Weniger Gejammer, mehr Musik, endlich!

von dean 18.06.2011 20:01

absolutes wahnsinnsalbum! braucht 3- 4 durchläufe. jule, die hättest du dir vielleicht gönnen sollen... 9/10

von dean 18.06.2011 20:06

achja, noch was zu "northern wind": das ist wohl gerade der song des albums, der den geringsten wiedererkennungswert hat. sorry, aber dieses review bringt mich auf die palme...

von Henry M. Fotzenkopp 18.06.2011 21:21

Dann lest einfach mal folgendes Review - und heult weiter rum wie schlaff gebumste Schulmädchen: http://www.plattentests.de/rezi.php?show=8524 City And Colour ist die Erfindung völlig überschätzter Langeweile.

von Mastei 18.06.2011 21:32

Der Typ von Plattentests hat sie doch nicht mehr alle, wie kann man diesem Meisterwerk der Liedkunst nur 4/10 Punkte geben!!!!1111elf

von conglom-o 19.06.2011 11:40

Album ist super! 10/10

von ohje 20.06.2011 16:43

diese band ist der grund weswegen leute an krankheiten sterben und es krieg in der welt gibt

von Micha 25.07.2011 01:21

Also ich muss sagen, das mir das Album anfangs nicht so wirklich gefallen hat. Vielleicht wollte ich noch ein weiteres Sometimes. Aber nach mehreren Durchläufen find ich das Album wirklich klasse :-) Einfach tolle Musik.

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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