Plattenkritik

City Light Thief - Laviin

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 07.01.2011
Datum Review: 22.08.2012

City Light Thief - Laviin

 

Zugegeben, die Platte ist nicht mehr taufrisch, verdient aber auch verspätet einige warme Worte. CITY LIGHT THIEF machen auf ihrem ersten Album ein Riesenfass auf und treten Lawinen los, welche ihresgleichen suchen. Assoziationsmöglichkeiten gibt es wahrhaft wie Sand am Meer. Sicherlich keine einfache Platte, welche sich leicht erschließen lässt und trotz der Vielfalt der genannten Assoziationsmöglichkeiten wirkt das Ganze keinesfalls wild zusammengewürfelt, sondern vielmehr mit viel Herz zusammengeführt. Bei den ersten Takten kommen einem spontan THAT VERY TIME I SAW... in den Sinn, welche sich ihrer Zeit schon häufig den Vergleich mit AT THE DRIVE IN gefallen lassen mussten, aber eben doch ein bisschen bodenständiger waren.

"An Alpine Idyll" perfektioniert den Wechsel zwischen filiganem Saitenbespielen a la APPLESEED CAST und kraftvoller Zerstörungswut in Riff und Gesang. Dann schwebt man schon fast in DREDGschen Sphären. Der Gesang etwas lauter aber nicht rau und ungehobelt. Schreien ja, kratzen nein. Inbrünstiger Chorus und kloppendes Schlagwerk. Spätestens bei den Gitarrenläufen von "Architect Vs. Avalanche" fühlt man sich musikgeschichtlich 10 Jahre zurückgeschleudert. Und dann kommen sie auch noch mit so aufregenden Beats und Rhythmuswechseln, dass einem die Spucke wegbleibt.

"Dangerosaurus" ist dann der Zeitzeuge zwischen Verzweiflung, Chaos und Machtlosigkeit. Dementsprechend härter geht es hier zur Sache. Und klassischerweise vernimmt man die Einflüsse von REFUSED. Oder THRICE um "Beggars"? CITY LIGHT THIEF laden nur so zum ganz breitgefächerten Namedropping ein und vielleicht macht sie genau das so interessant. Hinter jeder Ecke gibt es eine neue Entdeckung zu machen und eine andere eingestaubte Platte im Schrank, die man eigentlich ganz gut fand, kommt einem in den Sinn. Staubwedel raus.

An literarischen Einflüssen darf dann auch noch FINN- OLE HEINRICH auf dem letzten Stück "Punkt. Aus? Ende!" herhalten. Deckel drauf!

CITY LIGHT THIEF haben definitiv eine Brücke zwischen altem Indie und Hardcore geschaffen. Was für eine Glanzleistung. Sollte man auf dem Zettel haben diese Band. Live können sie das im übrigen genau so gut. Soviel ist sicher.

Tracklist:
1. Driftwood
2. Golden Roots
3. Domino Sparrow
4. An Alpine Idyll
5. Black Tongues
6. Achitect Vs. Avalanche
7. Dangerosaurus
8. Corca Now
9. Pioneers
10. Punkt. Aus? Ende!

Alte Kommentare

von hach 22.08.2012 22:33

die Welt ist doch noch in Ordnung! Ein Jule Review, ein CD Tip! Eine Band, die ein Kopie ist von vielem und doch schwer an Eigenständigkeit vermissen lässt. Handwerklich sicher im oberen Drittel, aber Innovation sieht einfach anders aus. Also, die Welt dreht sich und alles bleibt gleich!

von toll sind 22.08.2012 23:07

aber auch im august 2012 noch myspace links - das fetzt!

von @toll sind 23.08.2012 07:32

blablabla

von eher zweitklassig 23.08.2012 10:22

...besonders live!

von @eher zweitklassig 23.08.2012 14:23

o.O hab sie jetzt einmal live gesehen (heute abend das 2. mal dann) und da waren se wirklich stark

von requos 23.08.2012 20:30

Richtig gut! Sowohl Platte als auch live

von renée 24.08.2012 10:43

gestern gesehen und cd mitgenommen. sehr geil auch live!

von gestern 24.08.2012 11:57

gesehen und mir ein bier holen gegangen. Schlecht!

von @eher zweitklassig 24.08.2012 13:16

gestern wieder dope ... war vllt. zufall

von steven 21.09.2012 14:25

guuuuute platte!!

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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