Plattenkritik

Clark - Our Best 2nd Album

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Release Date: 25.05.2007
Datum Review: 30.06.2007

Clark - Our Best 2nd Album

 

Schnelle Quizrunde mit dreifacher Punktzahl für jeden Anrufer, der durch die Leitung kommt, gesucht sind: Erfolgsrezepte, um im modernen China als Musiker anerkannt zu werden mit dem Buchstaben „ä“. Die Zeit läuft ab. Jetzt. Kritische Attitüde? Leider nicht dabei. Lyrische Äußerungen? Auch nicht dabei. Systemkonformität? Bingo! Die zehn Geldpakete gehen an CLARK.

Im Gegensatz zu den retro-rockenden schwedischen Kollegen, die in den westlichen Medien so präsent sind, wie selten zuvor, Indie-Disco und Festival für sich beanspruchen, hat sich das Quintett CLARK dazu entschlossen, einen etwas anderen Weg einzuschlagen Das schwer umkämpfte Territorium der tanzbaren Dengelhits von MANDO DIAO und Konsorten werden umschifft, und stattdessen Asien mit fröhlichem Teenie Pop/Rock zu beglücken, der so unschuldig ist wie ein Glas Milch mit Honig am Morgen und so penetrant grinslastig wie der Besuch der örtlichen Pachinko-Halle.

Wie auch zu erwarten gibt es dann auch bloß keine Überraschungen, stattdessen eher lahmen Pop im Funk Gewand, MAROON 5 Style, mit der einzigen Ausnahme, dass Adam Levines Band im Vergleich mit CLARK sogar räudig, anstößig und provokant wirkt (was weder löblich für die einen, noch die anderen gemeint sein soll). In „Living My Life“ wird der gemeinen Grundschullehrerin faktisch ins Gesicht gespuckt, die nie wollte, dass Sänger Anders Grahn Sänger in einer Rockband wird. Was soll man dazu sagen, die Pädagogin hat es geschafft. Grahn ist nicht der Sänger einer Rockband. Was thematisch zu einem punkigen „Fuck You“ auf dem Niveau der…ähm…KILLERPILZE gereicht hätte, wird in einen Song verwandelt, der die Lehrerin zum glückseligen Weinen bringen würde, ob seiner Sanftmut und Seichtigkeit. Gelegentlich wird versucht Chris Cornell zu imitieren, der zwar nun auch im Pop angekommen ist, aber wenigstens noch Filmstudios zu seinen Auftragsgebern zählen kann. Bei CLARKS Mittagsradio Songs, bei denen sich garantiert niemand auf den Schlips getreten fühlt und die ewig gleiche „boy meets girl“ Thematik umtanzt, reicht es höchstens zur Krankenhaus Serie.

Daran ändert auch nichts, dass das CLARKS bestes, zweites Album sein soll (was zumindest Ironie beweist). Das soll schon recht sein, solange es damit das einzige seiner Art bleibt.



1. Waiting In Line
2. Whatever
3. Best Of Me
4. All About You
5. Another Place
6. Living MY Life
7. Love Song
8. I Do – You Do
9. Yeah. Baby.
10. Today
11. Love

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Dennis

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