Plattenkritik

Cloud Control - Bliss Release

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Release Date: 20.05.2011
Datum Review: 28.05.2011

Cloud Control - Bliss Release

 

Der Schellenkranz wird als Instrument und als rhythmische Bereicherung mancher Songs gnadenlos unterschätzt. Cloud Control aus Australien könnten zur Rehabilitation beitragen, denn auf fast jedem Song des Albums Bliss Release kommt er mal dezenter, mal offensiver zum Einsatz.

Bei “Meditation Song #2“ gesellt sich noch ein erdiger Schlagzeugsound, zweistimmiger Gesang, eine gezupfte Akustische, Klatschen und dröhnende Gitarren hinzu. Die leicht übersteuernde, angekratzte Stimme von Alister Wright harmoniert perfekt zu Heidi Lenffers Gesang. Wohin die Reise letztlich wirklich geht zeigt dann zunächst “There’s Nothing In The Water We Can’t Fight“. Arcade Fire Epik, mit leichten Sturm und Drang Elementen, macht trotz altbekanntem Rezept immer noch einen großartigen Song. Aber nicht nur Arcade Fire sind hinlängliche Verweise auf Bliss Release, genauso könnte man die New Pornographers mit ihrem perfektioniertem Indiepop oder die Local Natives als Vergleiche heranziehen.

Das Cloud Control dennoch genügend Individualität besitzen wird bei “Ghost Story“ offensichtlich. Call & Response zwischen Chor/Gitarre und sanften Gesang, der nur von stoischem Schlagzeug begleitet wird, bestimmt den Beginn. Intensität die nur durch Schläge auf den Rand der Snaredrum gesteigert wird, flirrende Gitarren die von einem Ohr zum anderen schwirren. Ein zirkulärer intensiver Song mit einem Fuß in der Sixties-Psychedlic.
„I felt the hair on the back of my head stand up!”

Der erste selbstkomponierte Song für einen Bandwettbewerb “Gold Canary” hat, mit seinen nicht von der Hand zuweisenden Ähnlichkeiten zu Paul Simon, hier wenig hinzuzufügen, gleitet dennoch sanft in den Gehörgang. Richtig Aufmerksamkeit hervorzurufen schafft dann noch “The Rolling Stone“ und “Hollow Drums“. Ersterer entwickelt sich zu einem vorantreibenden Powerpopsong, währende der vorletzte Song des Albums eine traumhafte zweistimmige Gänsehaut-Ballade ist.

Bliss Release ist ein authentisches, erdiges Indiepopalbum mit Psychedlic Anleihen, welches den kleinen Hype um Cloud Control nicht vollkommen rechtfertigt, aber nachvollziehbar macht.

Tracklist:
1. Meditation Song #2
2. There's Nothing In The Water We Can't Fight
3. Death Cloud
4. Ghost Story
5. Gold Canary
6. Thist Is What I Said
7. Just For Now
8. The Rolling Stone
9. Hollow Drums
10. My Fear #1

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Kilian

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