Plattenkritik

Collie Electric - S/T

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Release Date: 08.06.2007
Datum Review: 16.06.2007

Collie Electric - S/T

 

Markus Maria Jansen war eine Institution im deutschen Indie-Rock. War! Denn die Zeiten, in denen Jansen vom Goethe Institut nach Afrika geschickt wurde, sind vorbei, M. WALKING ON THE WATER halten schon längere Zeit Funkstille und Jansen selbst konnte zwar mit selbstbetitelter Band vor 3 Jahren Kritikerlob einfahren, besonders großen Ruhm hat es ihm aber auch nicht gebracht.

Um es mal dramatischer auszudrücken: die glorreichen Tage des ehemaligen Indie Helden sind vorbei. Dazu passt die Grundstimmung des neuesten Soloprojekts COLLIE/////ELECTRIC. Ein Comeback mit Paukenschlag ist das hier nicht. Eher ein gutmütiges Zuprosten vom Tresen aus. Weniger beeindruckend, aber umso sympathischer. In 12 Songs wird Indie-Folk gespielt, mit „Poison“ M. WALKING ON THE WATER „gecovert“ und an alte Zeiten angeknüpft. „Heaven“ hat eher Ähnlichkeit mit dem älteren Material des Indie-Urgesteins, nur eben ohne das durchdrehende Akkordeon im Handgepäck.

Eher wird man erinnert an Neil Young, als an den so liebgewonnen Dengelrock und kämpft mit dem Problem, mit dem wir alle, mehr oder weniger, konfrontiert sind: Dem Alter. Jansen klingt alt. Das ist irgendwie schade, denn Opener „Sleeping On A Wire“ weckt tatsächlich den Eindruck, dass da was geht, in Sachen dringlicher Dengeligkeit alá frühe TOCOTRONIC.

Aber Fehlanzeige. Dafür ist COLLIE/////ELECTRIC ein unerwartet reifes Spätwerk, eines ehemals gefeierten Indie-Innovators, der niemandem etwas beweisen muss, außer sich selbst.



1.Sleeping On A Wire
2.Wishing Well
3.Poison
4.Heavens Gate
5.Heaven
6.Housebuilding
7.My Flower
8.Elysian
9.Lilac Moon
10.Final Crap
11.Silent Day
12.Nevermore

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Dennis

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