Plattenkritik

Cortez - Phoebus

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Release Date: 15.11.2013
Datum Review: 09.01.2014

Cortez - Phoebus

 

Waren in der Vergangenheit die Genfer von KNUT eine verlässliche Konstante in Sachen nosigen Hardcore aus der Schweiz, kann man nun schon mal die gespitzten Bleistifte in die Hand nehmen und das Trio CORTEZ fett auf seiner Liste notieren.

„Phoebus“ ist die neue Abrissbirne des Schweizer Trios, welches im Jahre 2005 mit dem Debüt „Initial“ zum ersten Mal ein Lebenszeichen von sich gegeben hat und im Laufe der Jahre noch zwei Spilts veröffentlichte. Der neue Langspieler sollte aber sicherlich das Highlight im diskografischen Verweis der Band darstellen.
Irgendwo in den Schluchten des Noisecore beheimatet, vertonen CORTEZ ihre Sicht der musikalischen Extreme und gehen damit oft bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Beginnt „Phoebus“ wie ein weit entferntes Gewitter, bricht binnen Sekunden ein gewaltiger Sturm aus. „Temps-mort“ überzeugt sofort mit einer unbarmherzigen Wucht, die sich einzig allein aus den Komponenten Schlagzeug, Gitarre und Gesang zusammen setzen. Die Schweizer verzichten komplett auf die Tiefen eines Basses und so gut wie gänzlich auf elektronische Spielereien, wie Keyboards oder Samples. Dass das dennoch exzellent funktioniert beweisen die Drei dank einer bewundernswerten Präzision in Puncto Zusammenspiel auf Albumlänge. Schlagzeuger Greg prügelt sich schon unmenschlich genau bösartig vertrackte Rhythmen zusammen, die zu keinem Zeitpunkt künstlich oder gar programmiert klingen. Über all dem kalkulierten Chaos flutet Gitarrist Antoine die Atmosphäre mit massiven Riffwänden, ohne dabei groß auf Fingerfrickeleien oder Soli zu setzen. Über allem ein Sänger, der zwar in Phasen recht eintönig, aber trotzdem wutentbrannt versucht, gegen diese Mächte anzuschreien. Wenn CORTEZ in der Ruhe einmal von ihren Hörern ablassen, schleichen sie wie gierige Hyänen um ihre Beute herum, bevor sie zum finalen Angriff starten. Dann verbeißen sich ihre scharfkantigen Riffs im Gehör ihrer Opfer und rütteln und reißen ungnädig bis zur heran nahenden Bewusstlosigkeit. Besonders fies sind dabei ihre sich ständig wiederholenden Riffabfolgen, die sie bis zur totalen Aufgabe wiederholen.
In weiten Teilen erinnern CORTEZ und ihr Album „Phoebus“ schon recht stark an Relapse Bands wie BURIED INSIDE, THE END (zu Debützeiten) oder an die Skandinavier von BURST, was im Grunde schon ein großes Kompliment an die Schweizer ist.

Trackliste:
1. Temps-mort
2. Transhumance
3. Au delà des flots
4. Arrogants que nous sommes
5. Un lendemain sans chaine…
6. L’autre estime
7. Sulfure
8. Nos souvenirs errants
9. Idylle
10. Borrelia

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Mulder

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