Plattenkritik

Crazy Arm - Union City Breath

Redaktions-Rating

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Release Date: 28.10.2011
Datum Review: 05.05.2012

Crazy Arm - Union City Breath

 

"Puh, schwer. Was soll man zu solch einer Platte nur sagen?", denkt man direkt beim ersten Durchlauf. Da fällt mir nur ein: Großartig! Das Herz springt bei so viel herzlicher Musik im richtigen Punkrocktakt. Und es fällt doch immer noch schwer zu einer Platte die passenden Worte zu finden, welche sich so unglaublich zielgerichtet den Weg in die empfänglichen Stellen der musikalischen Wahrnehmung bahnt. Es gäbe dort also zu berichten, dass CRAZY ARM selbst als Einflüsse HOT WATER MUSIC, BRUCE SPRINGSTEEN, ARCADE FIRE nennen.

Das passt. Ihr selbst kreierter Rhythmus schwingt, treibt, geht kraftvoll vorwärts. Unterstützung für die Herzöffnung an dieser Stelle durch beste Folkeinflüsse an Gitarren, Streichern und Tasteninstrumenten. Galoppieren die Riffs davon (ja das Cover passt auch), muss der Gesang mit. Und nein, nicht das übliche whiskygefärbte Männergegröhle. Der britisch gefärbte Einfluss zieht die Grenze zu MAKE DO AND MEND oder THE GASLIGHT ANTHEM. CRAZY ARM machen hier den punkig gefärbten Gesang so feinfühlig wie möglich und legen den notwendigen Nachdruck mit Zweitstimmen nach. Dieser darf auch gern weiblicher Natur sein (wenn das mal nicht mindestens ein Sternchen für die Bewertung wert ist). Und nein, dadurch wird es nicht verweichlicht, sondern unterstreicht vielmehr die Botschaft. "Song Of Choice" zieht einem soundtechnisch und inhaltlich spätestens die Schuhe aus. Denn ja, die haben sie auch noch (weiteres Sternchen). Es gibt eine Menge anzusprechen und CRAZY ARM kratzen so ungefähr an jeder noch offenen Wunde, schütten Salz hinein, prangern an, regen an.
Themen sind atypisch aber darum nicht weniger wichtig: Faschismus, Tierquälerei, Krieg, Gewalt, Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit, Einsamkeit des Individuums, Verständislosigkeit. Es sind Songs zum Nachdenken, Songs die Wut machen und die Mut machen. Textlich und musikalisch in bestem Zusammenspiel.

Haben CRAZY ARM irgendwas vergessen? Nein, nichts. Gepunktet an jeder offenen Stelle. Aufstehen und losmachen! Mach kaputt was dich kaputt macht oder sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst. CRAZY ARM stärken dir den Rücken. Oder wie BRAD WARNER sagen würde: Ka ching!

Tracklist:

01. Of The Tarantulas
02. Bandalito
03. Tribes
04. The Right Wing Never Sleeps
05. The Endless Carriage
06. Little Boats
07. Song Of Choice
08. 200 Pints Of Blood
09. Meet The Marines
10. Soutway Drive
11. City & Western
12. Charnel House Blues
13. White Canyon

Alte Kommentare

von wie 06.05.2012 00:28

klasse, jetzt werden schon normale Kommentare gelöscht!

von Jule 06.05.2012 07:50

nein, ich habe die kritik wie du lesen kannst an- und änderungen vorgenommen. somit stünde die kritik vollkommen unverständlich und sinnlos noch weiter im raum. wir wollen ja nicht unnötig verwirren. danke, habe ich vergessen zu sagen ;)

von Nun 06.05.2012 09:08

ist es wirklich ein schickes Review, toll dass die Band dich so begeistert, handwerklich find ich es super, ein paar Songs auch, aber ne 10!? Neee... Aber das ist nun wirklich Geschmacksache! Im übrigen finde ich auch das Donots Review super... Du kannst es doch, wunderbar! Bitte mehr in diese Richtung!

von yes. 06.05.2012 14:59

Fuck explizite Punktebewertung und Jule kann geben was sie will! Ich bin dabei. Ich gebe 100.

von geile band 08.05.2012 22:46

aber keine 10!

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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