Plattenkritik

Crowbar - Sever The Wicked Hand

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Release Date: 11.02.2011
Datum Review: 08.02.2011

Crowbar - Sever The Wicked Hand

 

"Hey, hast du schon was von Crowbar gehört?"
"Neee aber sind das nicht die fetten Typen aus New Orleans auf die der Anselmo von Pantera so abfährt?"
"Ja genau die, musst die mal die Platte anhören, kann sie dir mal auf Kasette überspielen. Die machen ne irre Musik mit Doom, Sludge und Mid- bis Uptempo Metal-Parts"

Stattfinden hätte oben genanntes Gespräch Anfang der 90er. Pantera sind inzwischen Geschichte, Phil Anselmo ist noch immer Crowbar Fan und spielt mit seinem Kumpel Kirk Windstein bei Down ... und Crowbar? Die sind nach 6 Jahren Pause wieder aktiv, spielen fleissig Shows und legen mit Sever The Wicked Hand Album Nr. 9 vor. Das Live Album Live+1 und die zwei Demos „Aftershock“ und „Slugs“ lassen wir mal aussen vor.

Wie zu erwarten bleibt im Hause Crowbar musikalisch und kreativ alles beim alten. Die Crowbar typischen Trademarks aus Doom, Sludge und Metal bleiben erhalten, die Band unternimmt keinerlei Ausflüge in Richtung neuer Gefilde und Kriks Stimme ist kraft- und gefühlvoll wie eh und je. Klingt langweilig? Ist es aber nicht. Crowbar ist es auf der aktuellen Platte gelungen mit einer beeindruckenden Lässigkeit 12 Songs zu veröffentlichen die den geneigten Hörer auch langfristig fesseln können. Bemerkenswert ist vor allem auf welch hohem Niveau die altbekannten Trademarks inzwischen perfektioniert wurden. Leichte Einflüsse vermag man aus der Kingdom Of Sorrow Ecke, Kirks Sideprojekt mit Jamey Jasta, zu entdecken. So klingt Sever The Wicked Hand in den härteren / schnelleren Songs deutlich bissiger als der Vorgänger. Aufgrund der Texte könnte man das Album schon fast als Konzeptalbum bezeichnen, machen wir aber nicht. Die Texte und der gesamte Aufnahme Prozess sind primär durch Kirks Alkohol-Entzug beeinflusst. So drehen sich viele, sehr gute, und überraschenderweise positiv gestimmte Texte um das besiegen innerer Dämonen und Sever The Wicked Hand ist im Endeffekt die erste Crowbar Platte die nüchtern eingesungen wurde.

Waren „Obedience Through Suffering“ und „Crowbar“ Anfang der 90er die Scheiben mit denen Crowbar zur richtigen Zeit am richtgen Ort waren, so würde ich mich fast zu der Aussage hinreissen lassen, dass „Sever The Wicked Hand“ die Scheibe ist, die die Band nach den guten, aber nicht mehr sehr guten Releases „Equilibrium“, „Sonic Excess .. „ und „Lifesblood …“ wieder zurück in ein breiteres Rampenlicht bringen wird.

Beeindruckten die ersten Crowbar Veröffentlichungen mit einem gänzlich neuen Sound so muss man Sever The Wicked Hand eine absolute Perfektion eben dieses Sounds attestieren. Jeder der Crowbar mag, hat mit diesem Release schon jetzt der ersten Kandidaten für die Top 10 Platten 2011 in der Hand. Man kann Kirk und seiner Band, die seit vielen Jahren konstant ehrliche und gute Musik veröffentlicht für die Zukunft nur das Beste wünschen.

Autor

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Michael P.

Autoren Bio

Allschools Gründer und Programmierer