Plattenkritik

D-Bo - Seelenblut

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Release Date: 30.06.2006
Datum Review: 18.07.2006

D-Bo - Seelenblut

 

D-BO ist bereits seit einiger Zeit im Hiph Hop Underground unterwegs. Ebenfalls seit einigen Jahren ist er guter Buddy mit BUSHIDO und zählte gemeinsam mit ihm KING ORGASMUS ONE und BASS SULTAN HENGZT zu der berliner Crew BMW. Sein erstes Album "Deutscha Playa" erblickte Anno 2000 das Licht der Öffentlichkeit, kam jedoch über einen respektablen Undergroundstatus nicht hinaus. Dafür machte er sich als Mitbegründer des Vertriebs für Underground-Rap, Distributionz, einen Namen und nahm 2004 das Angebot von BUSHIDO an ein eigenes Label zu gründen. So zog es den Niedersachsen an den Spree und auch der zweite Longplayer, "Deo Volente", ließ nicht lange auf sich warten.

Obwohl seine eigenen Werke niemals den kommerziellen Durchbruch geschafft haben und er alleine in den letzten 1 ½ Jahren an vier Top-Ten Alben als Producer und Gastrapper beteiligt war, möchte es der Wahlberliner noch mal wissen und bringt Anno 2006 seine dritte Langrille "Seelenblut" via Ersguterjung an den Start. Da Rapper D-BO am Ende sein eigenes Ableben inszenierte ist es nur logisch, dass das mit einem netten Beat unterlegte Intro der neuen Scheibe seine Wiedergeburt thematisiert. Bei D-BO spricht man allgemein gerne von deepen Lyrics, Raps mit Tiefgang abseits künstlicher Posen, Ghettogehabe und Sexismus und der Fixierung auf das eigene Geschlechtsteil, kurzum das Gegenstück zu Aggroberlin. Auch wenn Danny Bokelmann aka D-BO auf seinem neuen Album gelegentlich zu härteren Tönen und gar Battletracks greift und auch mal ansatzweise das Bein hebt um sein Revier zu markieren, bleibt er doch im Grunde seiner Linier treu. Der Wahlberliner schreibt persönliche Texte über Enttäuschungen und Selbstzweifel, die jedoch die Handschrift seiner persönlichen Werte trägt. Alles löblich soweit, jedoch kann mich der Flow des Herren D-BO auf "Seelenblut" einfach nicht nachhaltig überzeugen. Viel zu monoton, ja fast gleichgültig und häufig zu unemotional bringt er seine Lyrics auf atmosphärischen und nachdenklichen Beats rüber und schafft es nicht sein eigenes Profil auszuprägen. Es bedarf schon Features von BUSHIDO und SAAD um etwas zu reißen, denn im Paket gefällt mir D-BO schon wieder. Insgesamt einer durchwachsene Scheibe, bei der auch gute Beats von D-BO himself, BUSHIDO, BEATLEFIELD oder BIZZY MONTANA nicht den feinen Unterschied schaffen können.

Tracks:
1. Intro
2. Hörst du mich?
3. Seelenblut
4. Ich spüre nichts
5. Dissen
6. Mister
7. Robin Hood Gang
8. Wer? Wann? Wo?
9. Kartenhaus
10. Aussenseiter
11. Benzin in meinen Adern
12. Du kannst alles
13. Euer Junge
14. Ich beende es
15. Angst vor der Liebe
16. Ruf nach mir
17. Gefühlsleer
18. Beschütz mich
19. Keine Hoffnung
20. Neid
21. Der Prinz
22. Outro

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Torben

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Allschools Chef

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