Plattenkritik

DESOLATED - THE END

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 05.02.2016
Datum Review: 02.02.2016
Format: CD Vinyl

Tracklist

 

1. The Beginning
2. Numb
3. Therapy
4. Invasion
5. Olanzapine
6. Withdrawal
7. The End
8. Out Of Luck
9. Relapse
10. Psychosis

Band Mitglieder

 

Paul Williams - Vocals
Rich Unsworth - Gitarre
Dan Ford - Bass
Mitch White - Drums

DESOLATED - THE END

 

In den letzen ein bis zwei Jahren rumpelt es regelmäßig auf der kleinen Insel westlich von uns. Und nun liegt hier eine weitere Band, die sich sowieso schon einen Platz in meinem Auto freigetreten hat.

Mit „The End“ haben sich die 5 Musiker von DESOLATED aus dem britischen Southampton richtig in die Seile gelegt, um mit vollem Schub in die Ringmitte zu krachen. So zumindest fühlt sich die Platte durchgehend an. Wild, roh, etwas verrückt und generell ernst zu nehmen.

Der gesamtheitliche Stil der Platte sticht vor allem durch stringenten Groove und Midtempo hervor. Damit hat man bei mir persönlich eh schon die halbe Miete. Muss ich zugeben. Vor allem bei Songs wie „Therapy“ und „The End“ wird klar, dass hier niemand zu Scherzen aufgelegt ist. DESOLATED haben einiges zu sagen und vergeuden keinen Sauerstoff, um drumherum zu reden. Dies zieht sich auch durch das instrumentale Konzept der Band. Keine verschnörkelten Soli und Füllriffs. Hier geht es noch um Aussage, statt um musikalisches Egostreicheln.

Textlich geht es auf „The End“ vor allem um die Schwierigkeiten, die man mit mentalen Krankheiten hat. Das hier kein 08/15 „Hach, ich bin ja sooo verrückt. Ich Schlingel.“-Geheuchel aus den Boxen kommt, wird spätestens bei „Olanzapine“ bekannt. Hier kennt sich jemand mit den Aus- und Nebenwirkungen von Neuroleptika aus. Gleichzeitig ist es auch einer der stärksten Tracks des Albums.

Instrumental ist die Saitenspannung das Einzige, was hier locker gehalten wird. Basslastige Riffs bringen die Membrane der Lautsprecher konsequent zum Zittern. Der Drummer weiß, wann er was spielen kann und hämmert nicht nur wild auf den Becken herum. Und der Bass ist exakt in seiner Rolle. Nicht aufdringlich, aber präsent.

 

Frisch hinter der Ziellinie des letzten Tracks kann man darauf schließen, gerade ein ernstes und gut produziertes Album gehört zu haben. Da machen sich auch neun Jahre Erfahrung als Band bemerkbar. Wer gerne mitwippt und auf instant Moshpits steht, kann sich die Platte im Vorbeigehen, ohne große Bedenken in den Wagen legen. 

Autor

Bild Autor

Björn

Autoren Bio

Komponist und Produzent im Bereich Videospiele und Kurzfilm.

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