Plattenkritik

DIE NERVEN - Out

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 09.10.2015
Datum Review: 31.10.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Die Unschuld In Person
2. Barfuß Durch Die Scherben
3. Jugend Ohne Geld
4. Dreck
5. Iphone
6. Den Tag Vergessen
7. Gerade Deswegen
8. Wüste
9. Ich Habe Gelogen
10. Hast Du Was Gesagt?

DIE NERVEN - Out

 

Nach "Fluidum" kommt "FUN". Nach "FUN" kommt "OUT". Kurze Albumtitel scheinen es DIE NERVEN angetan zu haben. Genau so wie Gesichter auf Plattencovern. Dies hat sich nun allerdings geändert. Erstmals schaut einem kein  relativ emotionsloses Gesicht vom Cover entgegen, sondern zwei Hände, die sich etwas übergeben. Ansonsten hat sich zu den Vorgängeralben allerdings wenig geändert,... DIE NERVEN bleiben DIE NERVEN. Ganz eigenwillig, ganz anders -  so wie sie es eben wollen, ohne auf die anderen zu achten.

So haben die Songs größtenteils Jam-Charakter, als würden die drei einfach etwas (im Proberaum) ausprobieren, dies für gut befinden und ohne groß nachzudenken auf Platte pressen. Die Gitarren weichen teilweise in einem Song nur minimal voneinander ab, werden impulsiver, um dann wieder abzuflachen. Ein Song besteht somit meist nur aus einem Gitarrenlauf, der mal verschoben, mal impulsiver, mal leiser wiederholt wird. Die Gitarrenparts wiederholen sich so unzählige Male, immer wieder und wieder und treiben das Ganze somit auf die Spitze. Manch einem kann das durchaus auf die Nerven gehen. Andere feiern DIE NERVEN genau dafür. Während man sich in einem Moment noch in den psychedelischen, wiederholenden Klängen verliert, wird man im Nächsten Moment, wie aus dem Nichts, aus dem Schlaf gerissen. Von 0 auf 100, von 100 auf 0.

(Fast) jeder Song baut sich in seinen 3 bis 5 Minuten Spielzeit mehrfach selbst auf und ab. Wird impulsiver, lauter, um dann innerhalb von Sekunden wieder komplett zusammenzufallen. Ruhe. Alles wird leiser. Alles wird langsamer. Bis alles wieder von Vorne beginnt.

DIE NERVEN haben ihre ganz eigene Spielweise gefunden. Etwas verstörend, etwas krank, einfach anders. Die Stimmen wirken wie in Trance. Und auch live wird man den Gedanken nicht los, das hier Drogen, psychische Probleme oder sonst irgendwas mit im Spiel sein muss. Starre Blicke, ein Schlagzeuger ohne Hose, anstatt ohne T-Shirt, wie man es von anderen Bands kennt und so weiter und so fort. Trotzdem. Genau das zeichnet DIE NERVEN aus und macht sie (vor allem live) zu so einer Wucht! 

 

Musik zum fallen lassen, ohne das 100%ige Wissen, ob man gefangen wird. Außerhalb von allen Genre-Grenzen. Außerhalb von allem. DIE NERVEN. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

Autor

Bild Autor

Janik

Autoren Bio

Janik E. // 21 // love music. hate facism.

Suche

Social Media