Plattenkritik

David Stockdale - Dark Riders

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Release Date: 28.10.2011
Datum Review: 17.01.2012

David Stockdale - Dark Riders

 

DAVID STOCKDALE ist musikalisch wie eine willkommene Erfrischung. Er ist weder hauptberuflich Sänger in einer Punkrockband, noch schmückt er sich mit zutätowierten Armen, hochgekrempelten Flanellhemden oder Lagerfeuerfolkromantik. Er hat sogar schon graue Haare und beruft sich auf andere Qualitäten und Wurzeln, die namentlich höchstens aus einer anderen Dekade zu nennen wären.


Ein wahrer Ruhepol ist „Dark Riders“, das bereits vierte Album des Songwriters aus Santa Barbara im entspannten Kalifornien. Das abendliche Schlagen der Wellen an den Pier hört man „Here Comes The Night“ genauso an, wie „Boogaloo You“ als melodie-surfendes JACK JOHNSON-Pendant herhalten darf. Relaxt und an klassischen Südstaatensound angelehnt klingen das rockigere „Going To My Baby“ wie eine moderne Mixtur aus TOM PETTY und JONI MITCHELL. Mit Kumpel und Produzent Marco Tansini hat Stockdale einen fähigen Musiker und Produzenten an seiner Seite, der im entfernten Italien Knöpfe, Regler und Instrumente bediente und justierte, so dass das glitzernde „High As A Kite“ alle Male zu einem tollen Ohrwurm taugt und „Hunting Season“ im wunderbaren Duett mit Elisa Paganelli aufgeht. Die meisten der poppigen Songs atmen gelassen ein und Blues-, Soul- und Folkmomente aus, ohne mit aufdringlichem oder überflüssigem Nebeneffekt zu nerven, dafür aber mit persönlichen und galanten Texten zu punkten.

DAVID STOCKDALE, selbst aus einer Künstlerfamilie stammend und heute in Italien lebend, pickt sich nach seinem 2008er Release „Feed The Illusion“ erneut und noch fortgeschrittener nur die dicksten Nüsse aus dem Töpfchen der melancholischen und inspirierten Rockmusik. Auch wenn der Equalizer beinahe durchgehend ebenerdig und in grünem Licht bleibt, schaffen es die elf Songs mitunter, eine Wärmflasche oder ein gutes Glas Wein zu ersetzen. Wie es damals, heute und auch in 20 Jahren noch die besten Momente von PETTY, WAITS oder STLLS NASH & YOUNG taten, tun und tun werden.

Trackliste:

01. Here Comes The Night
02. Oh To Be Loved
03. High As A Kite
04. Earthquake
05. Going To My Baby
06. Neil's Car
07. Boogaloo You
08. Ballad Of Tanya And Joe
09. Hunting Season
10. Who
11. Right From The Heart

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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