Plattenkritik

Dead Label - Sense Of Slaughter

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Release Date: 24.02.2012
Datum Review: 27.02.2012

Dead Label - Sense Of Slaughter

 

Es gibt guten, es geht so und schlechten Metalcore. Dann gibt es noch die „geht gar nicht“ Fraktion, die ihn einfach nicht mehr hören kann. Nicht zu vergessen sind aber noch diejenigen, die immer noch auf der Suche nach interessanten Bands sind und mit dieser Ausrichtung sogar in den Metalcoresumpf vorwagen. Genau ihr seid jetzt angesprochen und ihr dürft aufatmen, denn mit DEAD LABEL könntet ihr fündig werden.

Die Iren schufen mit ihrem ersten Album „Sense Of Slaughter“ einen kleinen dreckigen Bastard, der "es" nicht mit einer zart / hart Aneinanderreihung erst ausknocken will, um "es" anschließend sanft küssen zu wollen. Zunächst erinnert der Sound mit der „St. Anger“-Snare (die Felle verdrischt übrigens mit Claire Percival eine Dame, die musikalisch gesehen kein gutes Haar an ihrem Kit lässt) an „As The Palaces Burn“ von LAMB OF GOD, damit geht der Weg von DEAD LABEL schon einmal in die entgegengesetzte Richtung der tausend anderen Bands moderner Metalspielarten. Dann drückt das Material des Trios ungemein nach vorn, es bleibt keine Zeit zum Genießen, dann kommt das nächste Stakkato-Riff und verdreht einem im Hirn den Versuch, etwas erschließen zu wollen. Schuld daran eine nie zur Ruhe kommende und auch niemals den Hörer in Ruhe kommen lassen wollende Gitarre (wir sprechen hier also von Vorsatz!), die das „Sense Of Slaughter“ Album grooven lässt wie Sau und dauerhaft wie ein hysterisch um sich beißender Dobermann klingt. Bei anderen Bands verkommt der gute alte Breakdown schon mal zu einer großen Lachnummer, bei DEAD LABEL wird er dankend aufgenommen, um endlich einmal den Griff um die Kehle zu lockern und für Luft zu sorgen.

Die Band auf einen Song zu kanalisieren ist ein Ding der Unmöglichkeit, die gesamten 12. Tracks sind ineinander verwoben und im Grunde genommen kaum voneinander abgrenzbar als ein Stück zu erfassen. Ein Shouter, der sich meist im oberen Bereich aufhält (wenn er nicht bis zu den Knien seine arg strapazierten Stimmbänder runterfährt) trägt des Weiteren dazu bei, das dieses Album als unangenehm fies und im höchsten Maße aggressiv aufgesogen wird. Obwohl auch das Tempo alles andere als variabel ist und sich im getragenen Midtempo ausleben darf, ist niemals der Blick zur Uhr oder ein nervöses Zucken in Richtung Skip-Taste von Nöten.

„Sense Of Slaughter“ ist danach kurz gefasst ein interessantes Debüt einer sehr interessanten Band!

Tracklist:
01. Dead And Gone
02. Sense Of Slaughter
03. Reign
04. Catchecism
05. Dawn Of A New Age
06. Self Immolation
07. Assume Nothing
08. Death
09. Enslavement
10. Rest In Piece
11. Raising The Veil
12. Thrown To The Wolves

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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