Plattenkritik

Death - The Sound Of Perseverance (Reissue)

Redaktions-Rating

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Release Date: 15.02.2011
Datum Review: 13.02.2011

Death - The Sound Of Perseverance (Reissue)

 

„Was, wieder eine Neuauflage?!“, fragt sich der geneigte Allschools-Leser, und er fragt mit Recht. Die Frage ist auch: Wie viel Platz für den Demo an Demo reihenden Nachwuchs, interessante Geheimtipps und trashige Commentbox-Breaker muss noch für Reissue von Album x von Band y draufgehen? Doch wie aktuell bei PANTERA gilt auch bei DEATH: Das ist Musik, über die man nicht oft genug sprechen kann! Und wo mit „Cowboys From Hell“ der Grundstein für einer der wichtigsten und nachhallendsten Metal-Bands überhaupt gelegt wurde, leitet DEATHs „The Sound Of Perseverance“ das Ende einer Ära des Death-Metals ein. DEATH waren die Impulsgeber der Szene, entwickelten das Genre von thrashig-einfachen zu technisch-progressiven Elementen und lieferten eine ausnahmslos hochrangige Diskographie ab, welche damals wie heute beispielhaft für diese Gattung von Musik ist. Da kann man sich ruhig auch ein weiteres Mal verbeugen.

„The Sound Of Perseverance“ zeigt DEATH am Ende einer Entwicklung. Eines Versuchs, den Death Metal an seine Grenzen zu führen. So sehr, dass DEATH-Mastermind Schuldiner sich ab dann dem Genre ganz abwandte und mit CONTROL DENIED die progressiven Tugenden von „The Sound Of Perseverance“ mit einer eher dem Power Metal zuzuordnenden, hohen, starken Stimme verband. Doch zunächst kam „The Sound Of Perseverance“: Ein Album, was mit seinen durchschnittlich 6-8 minütigen Songs und seinen Verspieltheiten im Gitarrenspiel sowie der Arrangierung nur noch vom Gesang her dem Death Metal zuzuordnen war, wobei sich Schuldiner auch hier immer weiter von seinen Wurzeln löste. Deutlich wird das spätestens, wenn er sich im letzten Song an JUDAS PRIEST‘ Gassenhauer „Painkiller“ wagt, und sich dabei gar nicht mal so schlecht anstellt. Auch aufregend: Das halb-akustische „Voice Of The Soul“, wo Schuldiners unverwechselbares Gitarren- bzw. Solospiel auf eine von einer Aufbruchsstimmung gepeitschten Akustik-Gitarre trifft. Dies, aber auch sich so spannend entwickelnde, verwinkelte Nummern wie „Moment Of Clarity“ waren wohl nicht das, was man 1987 beim Hören von „Scream Bloody Gore“ für die Zukunft erwartete. Und auch nicht, dass das dann so gut klappen würde.

Aber um den Bogen wieder zum Reissue zu spannen: Geboten wird zum einen ein mittlerweile zum guten Ton dazugehörendes Remaster aller Songs, wobei ich beim Vergleich der alten mit den neuen Songs keinerlei nennenswerte Unterschiede heraus hören konnte. Ansonsten gibt’s wie immer alte Demos der Songs des Albums mit marginalen Abweichungen von den Originalen. Neu ist hingegen das Cover, welches Travis Smith extra für das Reissue noch mal angegangen ist. Smith, so sagt er in einem Interview mit Reign In Art, habe dies in Angriff genommen, da er damals nicht wusste und natürlich nicht wissen konnte dass es das letzte DEATH-Album werden sollte. Und da sich seine Fertigkeiten seit damals laut eigener Aussage verbessert haben sei dies der richtige Moment, dem Album „das zu geben, was es verdient hat“.

Aber Hand aufs Herz: Wir alle wissen, dass diese Veränderungen kaum jemanden, der das Album schon bei sich im Regal stehen hat dazu bewegen wird, sich das Ganze nur wegen ein paar Demos und einem neuen Cover noch mal zu besorgen. Wie so oft heißt es daher: Wer das Album noch nicht sein Eigen nennen darf hat nun einen Anlass dazu (obwohl das Original sicher billiger zu haben ist, und die Neuerungen eigentlich nicht den Aufpreis rechtfertigen), und wer es bereits hat muss es eben selbst wissen. Zweifellos bleibt hingegen die Qualität dieses Meisterwerks, welches auch oder gerade solche mal gehört haben sollten, welche sonst weniger mit Death Metal am Hut haben. DEATH schrieben musikalische Geschichte – und mit „The Sound Of Perseverance“ gelang ihnen ein mehr als gebührender Abschluss dieser.

Tracklist:

Disk 1:
1. Scavenger of Human Sorrow
2. Bite the Pain
3. Spirit Crusher
4. Story to Tell
5. Flesh and Power It Holds
6. Voice of the Soul
7. The Forgive is to Suffer
8. A Moment of Clarity
9. Painkiller

Disk 2:
1. Spirit Crusher (No Bass / 1998 Demos)
2. Flesh and Power It Holds (No Bass / 1998 Demos)
3. Voice of the Soul (No Bass / 1998 Demos)
4. Bite the Pain (1998 Demos)
5. A Moment of Clarity (1998 Demos)
6. Story to Tell (1998 Demos)
7. Scavenger of Human Sorrow (1998 Demos)
8. Bite the Pain (1997 Demos)
9. Story to Tell (1997 Demos)
10. A Moment of Clarity (1997 Demos)

Alte Kommentare

von Clement 14.02.2011 13:37

schöne rezi!!!

von Randy 14.02.2011 22:10

Wunderbares Review zu einem DER Klassiker des Genres...Unerreicht. RIP Chuck.

Autor

Bild Autor

Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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