Plattenkritik

Death By Kite - s/t

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Release Date: 28.09.2007
Datum Review: 07.10.2007

Death By Kite - s/t

 

Dass hipper Dengelrock von überall kommen kann, sollte eigentlich längst klar sein. Ob Stockholm, London oder etwa das gänzlich undergroundige Buxtehude spielt keine Rolle, so sehr internationalisiert hat sich das Format. Mit DEATH BY KITE diesmal eben aus Kopenhagen, und nein, neu ist das alles nicht, aber wie toll ist denn bitte diese Liebeserklärung? „You drink and drive and fuck your friends / But I love you“ („Love Is Never Having To Lie“). Das ist so naiv, so ehrlich und kaputt, dass man zumindest dieses eine Mal noch mal wagen darf, einem weiteren Indie-Rock Trio zuzuhören.

Die 3 Dänen vereinen schon mal gleich alle gängigen Klischees in sich und merken es wahrscheinlich nicht einmal. Sidsel Marie Hermansen (voc/bass) wirkt so abgebrüht wie sonst nur Kim Gordon und in ihrem merkwürdig distanzierten und so gar nicht zu der nervös zuckenden Musik passendem Gesang scheint ein wenig Alisson Statton durch. Dagegen ist Drummer Kimer ein BOWIE im Schafspelz und hämmert pausenlos tanzbare Rhythmen, während Gitarrist und Sänger Lange einfach nur der „wuschelige Indie Bloke“ ™ von nebenan zu sein scheint, und eben auch ständig diese Teenage-Angst PLACEBO Gitarrenriffs zu treffsicheren Melodien verarbeitet. Und kann das jetzt schon als Post-Emo bezeichnet werden, wenn von Narben, Blut und tiefen Schnitten gesungen wird? Ihre Hausaufgaben haben die drei jedenfalls gemacht, dumpfe 80er Bassläufe vermischen sich mit mehr zitternden Gitarren, als Shoegazer erlaubt und gefallen vielleicht eben dadurch, weil sie die seltenen Momente, in denen MY BLOODY VALENTINE rhythmischer Rock zu sein scheint, auf Albumlänge ausdehnen. Nur ist das eben auch das größte Problem des Debüts: auf die vertrackte Symphonien der Shoegazer Legenden wird zugunsten eines poppigen Tanzsounds mit etwas abgedroschenen Teenage-Angst Themen, verzichtet und so richtig können die Songs ihren Platz nicht neben den zahlreichen Vorbildern erkämpfen, einen Preis für den tollsten Blödsinnsrefrain haben sich DEATH BY KITE aber mit folgenden Zeilen redlich verdient: „Tick tick tock / Bhf. Asta! Port Alexander!“, genau das lag uns doch allen auf der Zunge.

Tracklist:

1. Sweet M
2. Bhf. Asta
3. Himmelfahrtskommando
4. Pills
5. It’s Not A Song
6. Hiroshima
7. Scared Of Heights
8. Wedding
9. Dare I Eat A Peach
10. Love Is Never Having To Lie
11. Bulletin/Out

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Dennis

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