Plattenkritik

Depeche Mode - Devotional DVD

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Release Date: 01.01.1970

Depeche Mode - Devotional DVD

 

Depeche Mode und kein Ende. Selbst wenn Gore und Co. lange nichts von ihrem eigentlichen Baby haben hören lassen, und uns stattdessen mit Soloalben über Wasser halten, ist es einfach nie still um die lebende Legende. Jetzt veröffentlicht Mute eine neue DVD namens „Devotional“ die eine von Anton Corbijn gefilmte und in Szene gesetzte Live Performance beinhaltet, die es so noch nicht zu sehen gab. Der Künstler Corbijn dürfte nicht nur dem ein oder anderen Musikfreund ein Begriff sein. Hauptsächlich widmet er sich nach wie vor der Fotografie, aber auch einige bekannte Covershots stammen aus seinem Auslöser (Mister Rollins zu Liar Zeiten, Travis Artwork zu 12 Memories usw.)

Wenn man einige seine Arbeiten kennt findet man seinen düsteren, teilweise sehr morbiden und melancholischen Stil im Live Set wieder. Diese dunklen Farbenspiele, die viel mit Kontrasten und Erdtönen arbeiten tragen klar seine Handschrift und Rücken den Depeche Mode Sound in genau das richtige Licht. Zumal auf dieser Doppel DVD hauptsächlich unbekannte und weniger hart frequentierte Songs der Band gespielt werden. Den Aufnahmen merkt man deutlich an, dass sie zu einer Zeit aufgenommen wurden, als die Band wohl auf dem Zenith ihrer drogenschwangeren Karriere gestanden hat. „Violator“ war 1993 gute 3 Jahre entfernt und der zu der Zeit aktuellen „Songs Of Faith and Devotion“ Lp wird sicher nicht zu Unrecht nachgesagt, dass Mister Gahan und Co zu diesem Punkt allesamt psychisch nicht die stabilsten Persönlichkeiten waren. Doch dieser labile Schwebezustand wird durch Corbijns Bilderflut, die sich an riesigen Projektoren abspielt wunderschön eingefangen und wirkt beängstigend authentisch und real. Ein schwitzender, langhaariger und abgemagerter Dave Gahan droht jede Sekunde zusammenzubrechen und fühlt jeden einzelnen Song den er vorträgt intensivster Natur. Ziemlich beeindruckend.

Natürlich werden nicht nur Songs gespielt, die man als flüchtiger Beobachter der Band kennt, sondern auch jede Menge Hits wie das obligatorische „Everything Counts“. „Enjoy The Silence“ oder „Stripped“. Dazwischen tummeln sich Schmatzfetzen und depressive Downer wie „ In Your Room“, „Judas“ oder „Condemnation“, die die Performance zu einer runden Auswahl damals aktueller Songs und Altbewährtem macht. Für Depeche Mode Fans sicher unverzichtbar, für Einsteiger jedoch nicht die beste Wahl, da es sich doch schon um etwas härtere und weniger zugängliche Kost handelt.


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Werner

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