Plattenkritik

Der Weg Einer Freiheit - Stellar

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Release Date: 23.03.2015
Datum Review: 27.03.2015

Der Weg Einer Freiheit - Stellar

 

Mit „Unstille“ haben es DER WEG EINER FREIHEIT 2012 geschafft, ein zeitloses Stück Musik zu schreiben. Und dennoch klingt das neue Werk „Stellar“ keineswegs nach einem Album, dass zwanghaft versucht in die mächtigen Fußstapfen seines Vorgängers zu passen.

Es wäre müßig, langatmig und mittlerweile auch völlig unnötig, wiedereinmal die Frage aufzugreifen, in wie weit DER WEG EINER FREIHEIT nun die Spielregeln des Black Metals verinnerlicht haben und auch einhalten. Wer kategorisieren muss, ist hier fehl am Platz. Fakt ist, dass es die Herren vollbracht haben, binnen zwei Alben und einer EP ihren ganz eigenen, tiefschwarzen und dramatischen Extremkosmos zu erschaffen.
Dramatik und Melancholie sind die Facetten, die den Sound von DER WEG EINER FREIHEIT so eindrucksvoll und nachhaltig gestalten. Und so eröffnen die Würzburger ihren neuen Langspieler „Stellar“ mit ganz leisen und Nadelstich setzenden Gitarren. Begleitet von einem klaren, schon andächtigen Gesang, führt die „Repulsion“ durch eine bedrohliche Dissonanz, die in einem wahren Klangausbruch aus sägenden Gitarren und rasenden Blastbeats sein Finale erfährt und schlussendlich in scheuen Klavierakkorden dahin sinkt. Willkommen im dunklen Kosmos von DER WEG EINER FREIHEIT. Nach dieser musikalischen Einführung beginnt die Reise durch die schwarz metallischen Gezeiten von „Stellar“. Immer im Vordergrund ist das Wechselspiel aus laut und leise, kraftvoll und sanft. Der Hörer kann sich nie seiner sicher sein. Eben noch verfolgt er kraftvoll und erhaben den geebneten Pfad, schon verliert er in der nächsten Sekunde den festen Stand und segelt sekundenlang bis zum Aufprall in die endlose Tiefe. Dabei sind es nicht nur die prägnanten Stilelemente des Black Metal, welche die Strukturen in den einzelnen Songs setzen. Ist es in „Requiem“ die erbitterte Härte und Wucht des Doom, erspielen sich DER WEG EINER FREIHEIT im neun Minütigem Epos „Eiswanderer“ in die schier unendlichen Weiten des Postcore. Doch ganz gleich, ob sich der Vierer in wütenden Ausbrüchen oder den stillen und Kraft spendenden Phasen inszeniert, über allem thronen die brillant geführten und immer vor Melodie strotzenden Gitarren. Gespickt mit einer wundervollen Melancholie und leichter Tragik, führen die Gitarristen die Songs an seichten Pfäden entlang. Dass Mastermind Nikita Kamprad nach dem Weggang von Gründungsmitglied Tobias Jaschinsky nun auch den Gesangspart übernommen hat, fällt überhaupt nicht nachteilig auf. Auch er beherrscht das typische Gekeife, wenn auch nicht ganz so wandlungsfähig wie sein Vorgänger. Die Produktion ist stets auf den Punkt und transportiert zu jeder Zeit die so wichtige Atmosphäre.
Vielleicht können die Würzburger mit „Stellar“ das meisterliche Album "Unstille“ aus dem Jahr 2012 nicht toppen, aber sein hohes Niveau durchaus halten. „Stellar“ ist ein Werk voll aufwendig geschriebener und wandlungsfähigen Songs und begeisternden Augenblicken. Damit haben DER WEG EINER FREIHEIT auch anno 2015 bewiesen, dass sie immer noch zu den aufregendsten Bands der Szene gehören.


Trackliste:

01. Repulsion
02. Requiem
03. Einkehr
04. Verbund
05. Eiswanderer
06. Letzte Sonne
07. Idyll (bonus track)
08. Unendlich (bonus track)

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Mulder

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