Plattenkritik

Despised - And Demons Have Become Our Gods

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Release Date: 01.10.2012
Datum Review: 25.10.2012

Despised - And Demons Have Become Our Gods

 

 

Der Beginn ist verheißungsvoll, denn die aufbegehrende Gitarrenwand im Intro „Nebular Shores“ erinnert an eine der besten Albumeinleitungen, die jemals das Licht eines erhabenen Players erblicken durfte: DISSECTION’s „Storm Of The Lights Bane“! Allerdings rotieren hier DESPISED, und die kommen aus dem konservativ glattgezogenen Paderborn. Die fast 10 Jahre alte Band eröffnet ihr erstes Album „And Demons Have Become Our Gods“ somit in Anlehnung eines Death/Black-Klassikers und stilistisch ist damit ein roter Faden gesponnen. Das Grundgerüst bildet skandinavischer Melodic Death, und damit jetzt nicht ein großes #gähn# folgt, haben sich die Herren so einiges einfallen lassen. Zuerst aber Kritik: Warum nur dieses „a tribute to all american metalcore bands“ Coverartwork und warum nur dieser nach Plastik stinkende, völlig uninspirierte Sound vor allem im Schlagzeugbereich? Das Material hätte viel mehr Wumms verdient, denn DESPISED haben Talent. Zunächst einmal ein großes Lob an eine verspielte Lead-Gitarre, die sich immer wieder völlig selbstverliebt in den Vordergrund wagt und dort ein starkes Ausrufezeichen hinterlässt. Und hier wird nicht von Soli im klassischen Sinne gesprochen, denn auch völlig aus dem Nichts taucht sie auch und bringt Atmosphäre. Letztere setzt sich insgesamt fest, es gelingt dem Quintett auf erstaunliche Weise, das harsche des Black mit dem schnörkellos Aggressivem des Death zu verbinden und den Bogen immer mit Melodien zu spannen, die nicht zum Räuspern animieren. Wenn sich dann noch die Thrash-Salven Geltung verschaffen, dann lacht das Metalherz, das durchgehend gut unterhalten wird. Wenn auch hin und wieder der rote Faden der Songdienlichkeit verlassen wird, wenn auch noch das Großartige „ICON“ Ende fehlt, und wenn mithin auch immer mal wieder Momente fehlen, die einem die Geilheit durch den Körper treiben: Letztendlich ist „And Demons Have Become Our Gods“ eine Bewerbungsmappe, nach deren durchblättern ein Job garantiert sein sollte.

Tracklist:
1. Nebular Shores
2. Ghosts
3. Scavengers Upon Gaias Flesh
4. No Lamb To Save You!
5. Into The Tempest
6. Storms And Sirens' Songs
7. Her Reign Of Pestilence
8. And Demons Have Become Our Gods
9. Thus Spake The Wanderer
10. This Cosmos Of I
11. War Anthem
12. The Eternal Curse
13. Our Burden

Autor

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Clement

Autoren Bio

Ich fühle mich zu alt