Plattenkritik

Devil Sold His Soul - Blessed & Cursed

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 16.07.2010
Datum Review: 11.07.2010

Devil Sold His Soul - Blessed & Cursed

 

“Lange Zeit befanden wir uns ein wenig im Hintergrund, mit Century Media im Rücken können wir uns der Welt stellen“

„Faszination“! Wie dieses Wort musikalisch ausgemalt und beschrieben werden kann beweisen DEVL SOLD HIS SOUL. Aber „Blessed & Cursed“ (das erste Album „A Fragile Hope“ erschien 2007) in Worte zu hüllen und eine Rezension zu verfassen, die auch nur annähernd die Intensität, Emotionalität und Kraft erahnen lässt, die bei jedem Durchlauf das Innerste nach außen kehrt, ist ein schier aussichtsloses Unterfangen. Der progressive Ansatz der Engländer lässt sich nicht auf einen Stil oder eine Richtung limitieren, müsste mit der Pistole im Rücken eine Aufschrift für die Schublade gefunden werden, dann Post Prog Ambient Hardcore.

Allen voran steht eine zerbrechliche Stimme, die neben träumerischer Leichtigkeit eine großen Schuss Rotzigkeit, eine Zutat Gosse also, bereithält, die etwas entfernt von amerikanischen Vorbildern „Blessed & Cursed“ nicht zu sehr in den Schoß der mit dem Strich gestreichelten Katze führt. Und genau den Charakter einer Katze hat dieses Album eingenommen, verschmust und zart auf der einen, unberechenbar und k(r)atzbürstig auf der anderen Seite. DEVIL SOLD HIS SOUL tragen eine tieftraurige Düsternis in ihren Songs, schmeißen dem Hörer aber immer wieder Brocken von Licht zu, so dass Hoffnung an allen Ecken und Kanten dieses Albums schimmert.

„Blessed & Cursed“ steht an machen Stellen ganz am Rand der Klippe, kurz vor dem letzten Schritt ziehen die Engländer zurück und schlagen dem Garaus mit einer Brachialität und Wucht ins Gesicht, dass dieser sich vor Schreck in die Hose pinkelt. Gerade diese Ausbrüche sind es, die den Hörer die zunächst gereichte Decke und das zunächst vermittelte Gefühl, Boden unter den Füßen zu haben, wieder wegziehen und ihn in den Schacht der musikalisch kanalisierten Unsicherheit werfen. Das Sextett baut dezent Samples in ihren Sound, um neben der Decke auch ein Kissen zu reichen, oder um noch mehr Angst zu schüren.

Wer auch immer sich von DEVIL SOLD HIS SOUL verzaubern lassen möchte, muss aufpassen, nicht mit zu viel seelischen Ballast beladen zu sein. Denn „Blessed & Cursed” deckt schonungslos auf und portioniert sehr homogen die individuellen Ängste jedes Individuums, dass sich der bedingungslos ehrlichen Musik hingibt. Diese Portionen sichtbar zu machen, ist mehr als nur das Können von Komponieren. Es verleiht dem Grund Dauer, warum wir unsere Musik so bedingungslos lieben!

Tracklist:
1. Tides (3:40)
2. Drowning/Sinking (7:46)
3. Callous Heart (6:21)
4. An Ocean of Lights (5:48)
5. Frozen (7:50)
6. The Disappointment (6:48)
7. Crane Lake (6:53)
8. A Foreboding Sky (8:38)
9. The Weight of Faith (4:14)
10. Truth Has Come (6:05)

Alte Kommentare

von Enno 11.07.2010 11:26

Wirklich ein wahnsinnig gutes Album.

von Heinzelmann 11.07.2010 11:28

geil! gleich bestellt. fragile hope und die ep waren schon der hammer!

von hühnerbrust 11.07.2010 13:33

Fettes Review! Gleich mal anhören, die "alten" Sachen waren schon scharf und live auch sooo gut.

von Fabian 11.07.2010 14:18

Ich hab so Bock auf das Album. Hammer!

von Deathinteresse 11.07.2010 14:26

ist halt auch ein meisterwerk

von chem 11.07.2010 14:54

das album ist wirklich einsame klasse! wahnsinng

von Carpathian 11.07.2010 15:40

Unfassbar tolles Album !

von @Clement 11.07.2010 16:00

ich hatte Gänsehuat beim lesen...

von hühnerbrust 11.07.2010 18:20

grad angehört, so ein unglaublicher genuss! Mit über 1h laufzeit zwar ziemlich langwierig aber einfach "augen zu und durch"

von skullz 11.07.2010 19:50

Mal im Ernst. Musikalisch ist das ja alles total "Zauberhaft", aber diese "zerbrechliche Stimme" macht das Ganze sowas von kaputt. Das mag ja vielleicht beim neu EMO-Clement (is jetzt nicht bös gemeint ;) und bei allen 14-16 Jährigen funktionieren, aber mich nervt dieser kleine Jungen Gesang, wobei das Gekeiffe auch nicht besser ist. Fast so unerträglich wie bei DIORAMIC. Checkt mal Iron Thrones! Ach, und jetzt nicht böse sein :(

von ThoeCarrioer 11.07.2010 20:00

Ich mag DIORAMIC...und DEVIL SOLD HIS SOUL sind einfach nur genial.

von yatahaze 11.07.2010 20:24

die stimme sagt mir auch nicht besonders zu. leider.

von Clement 11.07.2010 20:32

@skullz: So ein bisschen Emo sind wir doch alle...hoffe ich zumindest...hehehe

von stingingrain 11.07.2010 21:28

unfassbar gutes album. dass es sowas noch gibt... mega ding, 10 punkte zurecht!! bin gespannt auf die live umsetzung im oktober!

von progpunker 12.07.2010 00:37

na ich bin mal ganz ehrlich, hab das ding nur gesaugt weil ihr mich neugierig gemacht habt...hatte jetzt schon nen paar umdrehungen aber irgendwie will das ding ultra schwer zünden...

von progpunker 12.07.2010 00:51

ey moment...envy auf englisch (zumindest die shouts) XD

von Alex G. 12.07.2010 11:21

Tolle Band, freu mich sehr auf die Platte! Bin gespannt, ob du Recht behältst, Clement :)

von iNoms 12.07.2010 15:09

Kann den Kritikpunkt Stimme nachvollziehen. Bei Fragile Hope kam mir der werte Herr Sänger noch nicht so jämmerlich vor. Nichtsdestotrotz ein geniales Album, das die 10 Punkte verdient hat.

von MrCookiepants 12.07.2010 15:50

Reviewt ihr auch noch die neue Rinoa-Scheibe? Hat es genauso verdient!

von Rinoa 12.07.2010 16:00

sind wir nicht mit bemustert worden...

von Fin 12.07.2010 22:15

Was ein gutes Album ... Für mich die Platte des Jahres 2010 bis dato. Grandios. Gute Review!

von also... 12.07.2010 23:58

...wenn jetzt jeder noch einen gutenachtkuss bekommt, dann kotz ich.

von DrFaust 13.07.2010 08:35

Hmm, hab die Platte jetzt zweimal gehört und hat noch nicht wirklich gezündet. Plätschert an mir vorbei. Liegt vielleicht am Wetter. Noch gebe ich nicht auf! Ne glatte 10 hat hier seltenheitswert! Bisher kann die Platte das allerdings noch nicht halten.

von Daharka 13.07.2010 15:00

Höre grade mal durch, bisher ne starke platte mit einem leider mittelmäßgem Sänger der einiges an Potential verschenkt...

von Blotto 13.07.2010 18:56

Servus! Bin ja mal schwer gespannt! Nie was von den Jungs gehört... Grüße!

von XYZ. 13.07.2010 19:03

ich muss skullz zu stimmen. Musikalisch ist das Album eine Meisterleistung, nur die Stimme macht dann irgendwie alles kaputt ...

von xn 13.07.2010 20:51

Geschmäcker sind ja verschieden. Auch ich finde die Platte wirklich sehr gut. Soooooo die Überplatte wie hier alle tun ist sie aber letztendlich auch wieder nicht....finde ICH.

von progpunker 14.07.2010 00:31

nee nicht wirklich, klar es ist musik wo man wirklich hinhören muss um die ergreifenden momente zu erkennen und der die stimme geht auch klar...nur ist einfach nicht mein fall :-) 7/10 aber trotzdem ^^

von hmm... 14.07.2010 09:31

6/10, kann die hohe Bewertung nicht nachvollziehen. Es gibt unzählige Bands die das hier dagebotene wesentlich besser umgesetzt haben. Vorallem mit einem weniger nervigen Sänger.

von Blutwurst 15.07.2010 17:06

Äh, nein?

von 17.07.2010 08:27

von aardvark 18.07.2010 12:26

Ich finde die Diskussion über den Sänger irgendwie überflüssig... Mich erinnert das, was Devil Sold His Soul auf diesem Album gemacht haben stark an die leider aufgelösten Mahumodo, und bei denen stand der Gesang sehr stark im Vordergrund. Ich hätte für das vorliegende Werk zwar nicht die vollen 10 Punkte gegeben, aber im Großen und Ganzen ist "Blessed & Cursed" ein starkes Stück Musik mit Tiefgang...

von fabi 19.07.2010 14:13

finde das album super. düster und zugleich hoffnungsvoll, erweckend und zugleich niederstreckend, traurig und zugleich motivierend. steckt sehr viel dahinter und wie der sänger im interview meint, nimmt es einen wirklich mit auf eine Reise. Sehr schönes Album das durch seine ewig scheinenden melodien unglaublich ergreifend wirkt. ich finde daher 10 / 10 punkte völlig gerechtfertigt. und achja zum sänger: ich finde dass sein gesang sehr gut mit den instrumenten verschmilzt und der dezent eingesetzte hohe gesang bringt einfach die nötige leichtigkeit mit sich. toll gemacht.....danke DSHS

von @ clement 20.07.2010 12:20

klasse geschrieben! kenn die platte nicht hab aber definitiv lust drauf gekriegt.

von funky 21.07.2010 18:35

ist das so ein album, das ich erst 15x hören muss bevor ich es gut finde?

von @funky 21.07.2010 20:22

nein!

von funky 22.07.2010 12:36

Gut, davon habe ich nach Isis erstmal genug :D Sehr angenehm zu Lesendes Review übrigens, danke dafür

von Disaster 18.08.2010 18:40

Selten hat mich ein Album emotional so berührt und umgehauen. Ganz Gross und auf jedem fall eine der wenigen Platten die eine 10 verdient haben.

von Alex G. 18.08.2010 18:47

Spielen übrigens am 11.10 im Underground. Freu mich tierisch drauf!

von basti 19.08.2010 09:57

wahnsinnsteil...erst sind es ein paar songs die dich umhauen und dann sind es alle...fangt am besten mit "truth has come" an...die letzte scheibe die mich so gepackt hat war "in dread response - from the oceanic graves"

von Fin 12.12.2010 17:56

A Foreboding Sky ist der Untergang jeglicher negativen Gefühle, die man gegen dieses Album nur haben könnte. Es ist eine Erlösung! Bestes Album was ich jemals gehört habe & übertrifft selbst At Th Drive In's Meisterwerk - Relationship Of Command ...

von twin 04.01.2011 15:20

grad nochmal angehört. einfach grandios. nach at the soundawn das beste album 2010!!!

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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