Plattenkritik

Devourment - Conceived In Sewage

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Release Date: 15.02.2013
Datum Review: 15.02.2013

Devourment - Conceived In Sewage

 

Wenn ein brutaler Rummelboxer, der jahrelang dafür berüchtigt war, seine Gegner mit ungezielten und stumpfen Schwingerattacken nieder zu kloppen, plötzlich in die Sporthochschule gesteckt wird und man ihm das technische 1x1 des Faustkampfes beibringt, könnte aus ihm ein richtig guter Boxer werden. Ob das aber den Anhängern der nun zur Vergangenheit gehörenden "Stumpf ist Trumpf Ära" gefällt, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

DEVOURMENT gehören seit Jahren zur der Sperrspitze des brutalen Death Metal. Noch lang bevor Clowns wie WAKING THE CADAVER ihre stumpfen Klänge in die Kinderzimmer der Death Core Generation gefeuert haben, waren es die Texaner um Gurgelmonster Mike Majewski, die mit Genreklassiker wie „Babykiller" oder „Butcher The Weak“ die Messlatte für derlei Tonmassaker legten. Ihre Rezeptur war bislang simpel, aber effektiv. Ein wenig CANNIBAL CORPSE, abartige Slamparts der Marke MORTICIAN, plus ultrartiefe Growls und fertig war der DEVOURMENTSound. Dass nach vier Jahren Pause die Erwartungshaltung an das Relapsedebüt groß war, stand deshalb außer Frage.

"Conceived In Sewage" könnte das DEVOURMENT Album werden, an dem sich die Geister scheiden. Nie zuvor klangen die Texaner so detailliert und aufgeräumt, wie auf den neuen Tracks. Wo sich früher das tiefgestimmte Saitenintermezzo über das Blastinferno legte, findet man nun erkennbare und nachvollziehbare, nennen wir sie mal, Melodien. Das klingt nach technischem bis sogar anspruchsvollem Death Metal. Die Slamparts, welche in der Vergangenheit jeden Nackenmuskel überstrapazierten, wurden gegen einen immer wiederkehrenden Groove getauscht, der den Banger aber nicht minder fordert. Auch Majewskis Growls wirken wesentlich deutlicher als jemals zuvor, wobei sie sich immer noch lustvoll in der Gorethematik suhlen.
Das ist wirklich gut gemachter Death Metal, der sich von SKINLESS bis hin zu SUFFOCATION und ein wenig ORIGIN prügelt. Es klingt nur nicht mehr nach den alten, brutalen DEVOURMENT wie man sie zu fürchten gelernt hat. Schuld am Dilemma des Fortschritts ist kein geringerer als HATE ETERNAL Kopf Eric Rutan, der nicht nur regelmäßig seine eigene und namenhafte Genrebands, sondern auch Kombos wie MADBALL ins passende, musikalische Licht gerückt hat. Dass seine Arbeit bei DEVOURMENT dann aber so klar ausfallen würde, damit hat niemand gerechnet.
Trotzdem ist "Conceived In Sewage" eine gute Death Metal Scheibe, die zwar nicht mehr so stumpf wie ihre Vorwerke zuschlägt, aber deshalb nicht weniger wehtut.

Trackliste:
1. Legalize Homicide
2. Fifty Ton War Machine
3. Conceived In Sewage
4. Fucked With Rats
5. March to Megiddo
6. Today We Die, Tomorrow We Kill
7. Heaving Acid
8. Carved Into Ecstasy
9. Parasitic Eruption

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Mulder

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