Plattenkritik

Divided Heaven - A Rival City

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Release Date: 01.11.2011
Datum Review: 23.01.2012

Divided Heaven - A Rival City

 

Eine Tasse Kaffee, ein bequemer Stuhl und jede Menge Zeit. Jeff Berman wirkt wie ein aufgeweckter und lebendiger Kumpeltyp, hat viel erlebt, genauso viel gesehen und noch mehr weiterzuerzählen. Alle Stories, die Berlin, Washington oder Los Angeles so hergegeben haben, will er nicht an die Wand nageln. Zum Warmwerden und für Ohrenpaare, die bei "Punkertyp mit Wandergitarre" noch nicht automatisch auf Durchzug schalten aber mehr als nur spartanisch sättigend.


Hat man die Namensfindung des Wahlkaliforniers erst mal erkannt und in Richtung Literatur untergebracht, lassen sich die ehrliche Erklärung „Fight Or Flight“ und das persönliche „1000 New Conclusions“ schon unvoreingenommener genießen. Berman braucht für sein Debütalbum und die zehn quasi akustischen Punkrocknummern statt Selbstmitleid und gehauchten Floskeln über Mädchen und Reue nur seine klare und vertrauensvolle Stimme plus Gitarre und ein paar Shaker.

„A Rival City“ ist somit als Ergebnis weder deutlich überragend noch ausufernd, dafür kauft man „Five And Dime To Hollywood“ seine Eindrücke und dem folkigen „A Tribute To Amnesia“ sogar seinen Coffeeplace-Charakter ab. Auch die gemütliche Sing-A-Long-Temperatur klinkt sich mit dem authentisch roh produzierten „No Surrender...“- Refrain von „Born-Again Non-Believer“ in die Runde ein und fragt nicht bürokratisch nach Daseinsberechtigung. Schade, dass DIVIDED HEAVEN bereits nach weniger als einer halben Stunde wieder in die trockene Realität entlässt, nachdem „East/West“ eben noch in aller Ruhe aus dem Leben gerufen hat, denn auch wenn sich das Ein-Mann-Projekt des sonstigen Distortionpedal-Liebhabers bei PROTAGONIST oder THE BOILS als lupenreiner Nachahmer-Vorwurf verstehen könnte, bleiben zwei ganze Hände voll weder geleckter noch gegenstandsloser Kompositionen zurück, die überrollende Oberflächlichkeiten und dumpfen Alltag in den Songursprüngen – laut Berman Brooklyn genauso wie Berlin - so unspektakulär ertränken, wie es sich früher nur eine romantische Landpomeranze unter schallendem Gelächter getraut hätte.

"A Rival City" kann hier gratis heruntergeladen werden.



Trackliste:
01. Five and Dime To Hollywood
02. Flight or Flight
03. Born-Again Non-Believer
04. KeyStone
05. Brandywine
06. 1,000 New Conclusions
07. The Return
08. A Tribute To Amnesia
09. Usual (Chris) Suspect
10. East/West

Alte Kommentare

von egal 27.08.2012 17:24

in ein paar Tagen auf EU Tour zu sehen. unbedingt mal checken.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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