Plattenkritik

Dragged Into Sunlight - Widowmaker

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 09.11.2012
Datum Review: 12.11.2012

Dragged Into Sunlight - Widowmaker

 

In den Monaten, in denen die Sonne eher selten gastiert und Regen und Kälte das Geschehen für sich einnehmen, dürfen auch die düsteren Soundtracks zu den Bildern dieser Zeit nicht fehlen. Während NEUROSIS mit ihrem letzten Werk ihr Alleinstellungsmerkmal manifestiert haben, befinden DRAGGED INTO SUNLIGHT noch weit entfernt von ähnlichem Unterfangen. Auch, wenn das Quartett aus England bereits auf einem guten Weg ist.

Besonders viel ist nicht heraus zu finden über die Band, die 2012 ihr Debüt „Hatred For Mankind“ veröffentlichte. Ihre Profile verraten recht wenig über Herkunft und Person der Briten. Genauso reduziert wie ihr mediales Auftreten, verhält sich auch der Beginn ihres zweiten Albums. Drei intensive und nervenzerrende Tracks umfasst das knapp vierzig Minuten lange „Widowmaker“.
So schleppt sich der erste Teil mit zweistimmigen, unverzerrten Akkorden durch ein dunkles Bildnis. Ab und an von tiefen Tasteninstrumentierungen und Samples begleitet, erzeugen DRAGGED INTO SUNLIGHT schon eine recht beklemmende Atmosphäre. Erst die weinerlich aufspielenden Streicher untermalen die Szenerie mit ein wenig Hoffnung. Die Erlösung tritt erst nach knapp einer viertel Stunde in Part II mit der lang ersehnten Verzerrung ein. Hier zeigt das Quartett ihre andere musikalische Seite. Mit einer tiefschwarzen, hässlichen Fratze des Crust spielen sie sich eindrucksvoll durch ihren nächsten Akt. Tiefe Bässe und simple Riffkonstrukte dominieren das brutalte Geschehen. Zum ersten Mal begleitet ein abartiger Gesang, der zwischen „goreartigem“ Gegrunze und verachtendem Gekeife wechselt, den Hass des Quartetts. Zwischenzeitlich sind es wieder die Streicher, die kurzeitig erlösen, bevor sich der Track noch einmal aufbäumt und treibend in sein Finale ausufert und schlussendlich vom schweren Doom und lärmenden Rückkopplungen des dritten und letzten Teils aus gekontert wird. Dieser ist wesentlich durchwachsener als seine Vorgänger und zeigt mehrere Emotionen des düsteren Klanghasses von DRAGGED INTO SUNLIGHT.

„Widowmaker“ ist definitiv schwer verdauliche Musik und sicherlich nicht gerade lebensbejahend. Auf der anderen Seite ist DRAGGED INTO SUNLIGHT damit aber ein eindrucksvolles und aufwühlendes Klangerlebnis gelungen.

Trackliste:
01. Part I
02. Part II
03. Part III

Autor

Bild Autor

Mulder

Autoren Bio

-

Suche

Social Media