Plattenkritik

Dreadnought - Measure Of A Man

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Release Date: 15.07.2012
Datum Review: 04.12.2012

Dreadnought - Measure Of A Man

 

Wer kennt ihn nicht, den Potsdamer Postkutschenfahrer, der seinen Potsdamer Postkutschkasten putzt“. Dieser Zungenbrecher ist auch anwendbar auf die Vertracktheit im vorliegenden Album, denn DREADNOUGHT aus…???...eben, Potsdam, machen es dem Hörer nicht einfach. Allerdings ist dieser Zustand bei vielen anderen Bands ein KO-Kriterium, „Measure Of A Man“ funktioniert dadurch jedoch erst.

Das Grundgerüst bildet Crossover im eigentlichen Sinne fernab jeglicher Klischees. Die immer wieder tief gestimmten Gitarren drücken dabei diesem Genre mit ihren groovenden Parts deutlich ihren Stempel auf. Hinzu (und das macht die Sache ungemein interessant!) kommen eine große Portion Einfallreichtum, Verspieltheit und die genaue Portionierung von Thrash/Metal Läufen mit progressiven Melodieschüben (gern auch anders herum). Das alles mündet in einem homogenen, nachvollziehbarem Songwriting, dass DREADNOUGHT in keine Schublade stecken und als individuell einordnen lässt. Eine gute Produktion und ein mit Hang zur Theatralik ausgestatteter Sänger, der sich gefühlt relativ oft im klaren Bereich aufhält und immer wieder in die Shouts kippt (auch hier gern anders herum), sowie das Herausfordern der Aggressivität durch Dynamik machen „Measure Of A Man“ zu einer mehr als nur interessanten Angelegenheit. Über allem aber schwebt eine Naivität im positiven Sinne, großartige musikalische Ideen in Professionalität gießen zu können, was – zum Glück – nicht ganz klappte. Genau diese Eigenschaft macht das Album so spannend, genau diese Ecken und Kanten sind wahrscheinlich beim nächsten Album weggebügelt und lassen den Charme des früheren Werks verwelken, wobei fairerweise zu sagen ist, dass die Jungs schon seit 12 Jahren unter diesem Bandnamen musizieren und sich ihre Sporen schon längst verdienten.

Wenn ein Song hervorgehoben werden müsste (ihr wisst schon, Knarre am Kopf und die Fragen „welchen“?), dann „Left For Dead“, denn der Refrain ist mit einer intensiven Zerbrechlichkeit ausgestattet, mal unabhängig davon, dass der Track eindrucksvoll widerspiegelt, wie ein Ende zu klingen hat. Wieder die Knarre: „Noch einer“! Dann „Subtle Difference“, denn hier zeigen sie, wie in eine Thrash-Attacke einzuleiten ist.

Bumm!

Trackliste:

01. Syren
02. One Size Fits All
03. Subtle Difference
04. The Walking Dead
05. Definite Return
06. Measure Of A Man
07. Left For Dead
08. Virus
09. Face The Music
10. Thank You

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Clement

Autoren Bio

Ich fühle mich zu alt

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