Plattenkritik

EAST ENDS - What 's The Furthest Place From Here?

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Info

Release Date: 11.09.2015
Datum Review: 25.09.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1.Teenage Urgency 03:45
2.Somewhere West Of Budapest 03:23
3.Andrew Largeman 04:24
4.Into A Brighter Tomorrow 03:48
5.Cooler Than Me 03:56

EAST ENDS - What 's The Furthest Place From Here?

 

Ob der 11. September tatsächlich das beste Datum ist, um seine Debüt-EP zu veröffentlichen?! Vor allem wenn das Vinyl (wie in letzter Zeit so oft) im Presswerk festhängt und man somit die beste Ausrede überhaupt geliefert bekommt, den Release zu verschieben. EAST ENDS haben sich trotzdem dafür entschieden ihre EP “What’s the furthest place from here?“ an diesem Tag das Licht der Welt erblicken zu lassen – vielleicht weil sie einfach nicht mehr länger warten konnten, ihr Baby endlich der Welt zu präsentieren.

Die Tage werden kürzer, die Jacken werden dicker und die Blätter fangen langsam aber sicher an ihre Farbe zu verlieren. Man mummelt sich mehr und mehr zu Hause ein, anstatt die Tage draußen, am See oder auf der Wiese, zu verbringen und hört Musik. Tag ein, Tag aus. EAST END liefern den passenden Soundtrack dazu.

Auf dem Cover-Artwork sind 4 alten Polaroids zu sehen, die den Moped Ausflug einer Familie in Richtung Meer festhalten. Passt wunderbar zum Herbst, passt wunderbar zur Musik und sieht dazu auch noch wunderbar aus.
Hinter dem alt dreinschauenden Vintage-Cover verstecken sich 5 Indie Songs im Akustik-Rock-Gewandt. Wie man an der Songanzahl relativ schnell erkennen kann, handelt es sich bei “What’s the furthest place from here?“, um die Debüt EP (und kein Debüt Album) der 2 Dortmunder. 5 Songs. 5-mal Indie. Und eben nicht 12 oder 13 mal.

2013 als Solo-Projekt in die Welt gerufen sind EAST ENDS mittlerweile zu Zweit. Tim Becker und Mats Kieserling aus Dortmund haben sich zwar nicht wirklich gesucht, dafür aber gefunden. Kaum gefunden ging alles schnell und nun tingeln die Beiden zu zweit durch die Lande, zusammen mit 2 Gitarren im Gepäck. Hat ja auch nur Vorteile – fetterer Sound, Arbeitsverteilung auf 2 Köpfe, weniger Langeweile auf Tour,… vielleicht findet sich ja iiiirgendwann noch ein dritter Übeltäter, der die Band komplett macht, auch noch das Schlagzeug besetzt und die Arbeit durch 3 teilen lässt. Und vielleicht kann man so auch die teilweise etwas wackelige Stimme, wie sie auf der EP leider immer wieder zu finden ist, mehr in den Hintergrund rücken bzw. sicherer machen und festigen. Hier liegt nämlich die entscheidende Schwachstelle der EP. Musikalisch gibt es auf dem gesamten Werk wenig zu meckern. Gute Ideen, gut umgesetzt. Man revolutioniert mit seinem Songwriting das Genre zwar nicht neu, macht das, was man machen will, aber solide. Wäre da nicht die etwas flattrige Stimme, die immer wieder hier und da die schönen Momente (etwas) zu Nichte macht. Zwar singt Sänger Tim Becker nicht wirklich daneben, trifft allerdings auch nicht zu 100% den Ton. Mit einer etwas besseren Produktion hätte man den einen oder anderen Fehler bestimmt noch ausmetzen können - die gab es jedoch leider auch nicht, was mehr als Schade ist.

 

Und so zeigt “What’s the furthest place from here?“ zwar das Potential, dass in EAST ENDS steckt, spielt jedoch noch nicht den kompletten Trumpf aus. Da könnte noch viel kommen, kann aber auch genauso im Keim ersticken. Lassen wir uns überraschen,…

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Janik

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Janik E. // 22 // love music. hate fascism.

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