Plattenkritik

Echoes Of Eternity - As Shadows Burn

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Release Date: 25.09.2009
Datum Review: 23.09.2009

Echoes Of Eternity - As Shadows Burn

 

INTO ETERNITY? Nein, obwohl irgendwie doch! Zumindest steht die verspielte Ausrichtung und das Einbinden diverser Stile auch Pate für ECHOES OF ETERNITY aus Los Angeles. Das Quintett spielt modernen, progressiven Metal, der entgegen der im Eingangssatz erwähnten Kanadier etwas gezügelter vorgeht (was nicht heißen soll, dass Geprügel vor der Tür bleiben muss) und durch das Zusammenspiel starker Gitarren (die an melodische Thrash Bands der Bay Area erinnert) und der guten Schlagzeugarbeit (wobei gerade dieses Instrument ein wenig zu sehr getriggert wurde) zu überzeugen weiß. Entscheidend für den Sound ist jedoch die Gesangsleistung von (“es scheint so, als seien die Damen am Mikro endlich etabliert, es scheint so, als ob jemand in einen Ameisenhaufen voller guter Frontfrauen gestochert wurde; und das ist auch verdammt gut so!“) Francine Boucher, die in süßlich hohen Lagen verweilt und mit ihrer Stimme Stahl zum Schmelzen bringt. Dabei driftet sie nicht in Netrebko Sphären, sondern schafft das Unglaubliche: Denn, obwohl mit zierlichem Timbre ausgestattet, hält sie das mal harte, mitunter mächtig aufkratzende, mal mit dem Strich durch das Fell einer Katze gehende, schnurrende Material zusammen und lässt es mit ihrer Performance verschmelzen. Die Songs bewegen sich um die vier Minuten, bis auf den Abschlusstrack, der mit über sieben seine eigene kleine Geschichte erzählt. Allerdings ist gefühlt jede kleine Ode auf dem zweiten Output „As Shadows Burn“ mit Überlänge ausgestattet, da ECHOES OF ETERNITY immer wieder ausscheren, sich zurück nehmen, das Tempo variieren oder einfach nur entspannen. Kein normales Songschema ist auszumachen, jede Station hat ihre Facetten, ihre Eigenarten und lädt so zum dauerhaften Verweilen ein. Wenn dann wie auf „Twilight Fires“ die Knüppelorgie durch Süßholz untermalt wird, ohne dass dem Hörer die Schamesröte in das Gesicht schießen muss, dann ist klar, dass ECHOES OF ETERNITY alles richtig gemacht haben. Wer auf Individualität, Einfallsreichtum, Abwechslung und Female Power steht, ab und zu seine Matte schwingen oder einfach nur dahinsiechen möchte, dem sei „As Shadows Burn“ dringend an das Musikerherz gelegt.

Tracklist:
1. Ten of Swords
2. Veiled Horizon
3. Memories of blood and gold
4. The scarlet embrace
5. Descent of a blackened Soul
6. Twilight Fires
7. Buried beneath a thousand dreams
8. Letalis deus
9. Funeral in the sky

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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