Plattenkritik

Eighteen Visions - Obsession

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Release Date: 01.01.1970

Eighteen Visions - Obsession

 

“Obsession, Desire, Depression” wird beim Opener "Obsession" extasisch wiederholt bevor das düstere EIGHTEEN VISIONS Universum über den Zuhörer hineinbricht. Die Band aus Orange County ist mit ihrem von jeher richtungsweisenden Sound an einem Wendepunkt angelangt und hebt das gemeinsam erspielte Spektrum auf ein neues Level. Wurden die bereits auf Trustkill erschienenen Alben hierzulande jüngst via Roadrunner lizenziert, ist das vorliegende Album mit dem Namen "Obsession" in den Staaten bereits seit Sommer 2004 erhältlich. Man wurde durch Epic entdeckt und gesignt, tourte mit Mainstream-Bands wie HIM oder den befreundeten LOST PROHETS durch die halbe Welt und nun ja man hat sich weiterentwickelt. Grund genug also für viele Genre-Fans, für die EIGHTEEN VISIONS als innovativer Vorreiter von jeher einen besonderen Status hatte, sich vom Quintett abzuwenden und "Obsession" gar nicht erst für ein Reinhören in Betracht zu ziehen.

Massenkompatibler als sein Vorgänger "Vanity" ist "Obsession" definitiv, schlechter deswegen jedoch nicht. Man gibt den bereits bei "Vanity" anklingenden rockigen und melodischen Ansätzen weitaus mehr Freiraum, chaotische Parts wurden ausgemerzt. Was bleibt ist die musikalische Versiertheit der Jungs und ein James Harts, der zwischen brachialen Wutausbrüchen und kantigen Rockharmonien pendelt. Das Knüppeln haben EIGHTEEN VISISONS nicht verlernt und auch die Hardcore-typischen Breakdowns finden Einsatz, hinzu kommen jedoch energetische Melodien und Riffs die sich mit ihren Kanten und Ecken in den Gehörgängen festkrallen sowie sphärische Momente. Ein "I Should Tell You" präsentiert sich dann sogar fast balladesk mit leichteren Ausbrüchen die ohne Aggressivität auskommen und das abschließende langsame "Said and Done" verzichtet sogar auf jeglichen Rocksound. Mit "Obsession" stellen sich also die neuen EIGHTEEN VISIONS vor, die wesentlich strukturierter, abwechslungsreicher und mit neuen Ansätzen zu Sache gehen. Die Songs sind gut und gefallen, ein kleiner Wehrmutstropfen für Fans des alten Sounds darf an dieser Stelle jedoch vergossen werden.

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Torben

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Allschools Chef

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