Plattenkritik

Eisregen - Rostrot

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Release Date: 09.12.2011
Datum Review: 12.12.2011

Eisregen - Rostrot

 

…Doch der Herrrgott hasst fette Kinderrr. Und weil errr Menschen einfach garrr nicht mag, macht errr davon viele jeden Tag…und so hat errr aus Frrrust unsere Kathi gemacht. "Schaut nur, wer kommt denn da zur Türrre rein? Ist das wirklich noch ein Mensch - oderrr ein rrriesiges Schwein?...Ja das muss Kathi sein – Kathi das Kuchenschwein!“

Seit neun Alben und diversen Nebenprojekten bescheren uns EISREGEN nun schon den schwarzen Humor, der auch mal richtig schön über das Ziel des Bitterbösen hinausschießen und damit einen Schritt zu weit gehen kann. „Kathi das Kuchenschwein“ oder „Bewegliche Ziele“ sind solche Hinausschießer, die nicht nur zum fröhlichen Schenkelklopfen einladen, sondern auch den Weh zum Kadi ebnen könnten. Aber mit (jugend)gefährdenden Texten kennen sie sich seit Anbeginn ihrer Karriere aus, und eine solche haben die Mannen um Blutkehle M. Roth gerade mit ihren letzten Alben gestartet. Hinter dem Provozieren steckt natürlich Kalkül, EISREGEN wollen anecken und Gründe dafür gibt es auf „Rostrot“ genug.

Musikalisch setzt das Quartett immer mehr auf Abwechslung, getragen von Dark Metal werden viele Black und Death Anleihen mit in den Sound integriert. Der Roth’sche Sprechgesang sowie sein markantes Keifen wechseln sich permanent ab, neben stumpfen Refrains werden auch immer wieder zahlreiche Blastparts oder Aggroattacken gebracht. Auffällig diesmal der starke Key-Einfluss, der durchgängig für eine elektronisches Gewitter mit Namen „Abwechslung“ sorgt. Insgesamt vertonen die Instrumente das textliche Bemühen, immer wieder Fäulnis, Verderben, Tod, Blut und Madenbefall in die einzelnen Songs einzubinden. Manchmal kommt einem der Gedanke in den Sinn, dass weniger hier deutlich mehr sein könnte; dann wiederum schleicht es im Kopf herum, dass einige weniger Stellen durchaus mehr vertragen hätten.

Genau das ist aber die Stärke von EISREGEN, eine Schublade gibt es für sie nicht, mithin ist der ureigene Sound als sehr individuell und äußerst speziell zu definieren. Insgesamt wirken die Black Metal Einschübe (so brachial wie auf „Schakal: Ode an die Streubombe“ waren sie lange schon nicht mehr) mittlerweile etwas deplatziert. EISREGEN sind dann am stärksten, wenn sie mit ruhiger Hand eine Politik des debilen Chorus und der intensiven Gangart machen und grooven wie eine angestochene, langsam verblutende und dabei vor Todesangst quiekende, völlig erschöpfte Sau (um das mal mit ihren Worten zu beschreiben). Da dieses possierliche Tierchen oft auf „Rostrot“ im Schlamm suhlt, ist im Grunde musikalisch nichts weiter auszusetzen.


Tracklist:
01. Erlösung
02. Schakal: Ode an die Streubombe
03. Madenreich
04. Ich sah den Teufel
05. Blutvater
06. Bewegliche Ziele
07. Kathi das Kuchenschwein
08. Wechselbalg
09. Fahles Roß
10. Rostrot
11. Madenreich

Alte Kommentare

von Icedrogen 26.12.2011 04:34

Warum spielen die nich' in großen Stadien wie Mario Barth ?!

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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