Plattenkritik

Eko Fresh - Hart(z) IV

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Release Date: 23.06.2006
Datum Review: 06.07.2006

Eko Fresh - Hart(z) IV

 

Nachdem EKO FRESH zuletzt sein Mixtape "Fick immer noch deine Story Mixtape" unter dem Namen ELEKTRO EKO als Antwort auf "Die John Bello Story" von SAVAS lancierte uns dort derbe in der lyrischen Fäkalkiste kramte, wurde es erst einmal wieder ruhig im Rap-Diss-Dschungel. Dem Mönchenglattbacher und Wahl-Köllner wurde ja bekanntlich seit seiner Royalbunker Zeit und dem Verkauf von mehr als 100.000 Einheiten vom Debütalbum "Ich bin jung und brauche das Geld" galt er als Flow-Wunderkind, driftete in R’n’B Gefilde ab, verlor seine Credibility, wurde von jedem Rapper der den Mund aufmachte gedisst, landete mit "Abrechnung" ein großartiges Comeback und beschwor den German Dream herauf. Es ist wirklich erst das zweite Soloalbum von Ekrem Bora welches nun mit dem Titel "Hart(z) IV" in den Läden steht. Da ich die Scheibe wenig verspätet erhalten hab, kann ich gerade noch miterleben, wie das Album bereits wieder aus einigen Regalen verschwinden soll, da der Track ''Noch einmal'' manch einem zu pornographisch ist.

Es ist eigentlich der einzige Track, der ausschließlich (mit einem leicht ironischen Unterton) die Beischlafthematik behandelt und da ist man eigentlich schlimmeres gewohnt. Aber widmen wir uns mal den 20 abgelieferten Tracks in Gänze (22 bei der limitierten Version). Man mag es kaum glauben , denn ein politisches zieht sich durch große Teile des Albums. "Hart(z) IV" prangert als immer wieder auftauchendes Motiv die Missstände im Land sowie die Klassengesellschaft an. EKO ist jedoch auch noch weiterhin ein Rapper der sein Revier markiert und sich für seine Wahlheimat Köln stark macht, wo es den besten Döner des Landes gibt und in der Lukas Podolski aufwuchs. Die erste äußerst geschmeidige Single "Gheddo" mit seinem Homie BUSHIDO bringt atmosphärisches Ghetto-Feeling in bester TUPAC Manier in die Hütte, lädt Peter Harz in den eigenen Hood und weiß durchaus zu gefallen. Gerne liefert EKO FRESH seine Rhymes auf orientalischen Beats ab, die größtenteils von Kingsize, Sti, Beatlefield und DJ Rocky stammen und nebst diesem Einschlag extrem abwechslungsreich sind. Einzig mit "Bazen" kann ich nicht zuletzt wegen der Sprachbarriere und den mir nicht zusagenden Flows der Gastfeatures nichts anfangen. Andere Features von SD oder SAAD überzeugen jedoch in Gänze. Auch im kompletten Alleingang stellt EKO seine Flows mit "Darauf Kannst Du Gift Nehmen" oder "Der Don 2" auf hohem Niveau unter Beweis. Letztendlich schafft zeigt EKO FRESH mit "Hart(z) IV", dass er endgültig zurück ist. Das Album ist kein Klassiker aber definitiv eine ordentliche Scheibe für diesen Sommer.

TRACKLISTE

1. Intro
2. Ruhe Vor Dem Sturm (ft. Antigaranti)
3. Der Don 2
4. Hartz IV
5. Gheddo (ft. Bushido)
6. Kings Of Cologne (ft. SD)
7. Darauf Kannst Du Gift Nehmen
8. Was Kann Ich Dafür
9. Bazen (ft. Killa Hakan, Ayas Kapli)
10. Ek Is Back (ft. G-Style)
11. Stenz Gang (ft. Hakan Abi, Kingsize, Summer Cem)
12. Fackeln Im Sturm
13. Wir Sind Soldier, Homie (ft. Kay-One)
14. Westside (ft. La-Honda)
15. Noch Einmal (ft. Billy)
16. Skit
17. Ihr Werdet Uns Nicht Los (ft. Saad)
18. Der Rest Ist Geschichte
19. Das Ist Mein Viertel (ft. Capkekz)
20. Bitanem (meine Türkische Freundin)
21. Türkenpimmel
22. Outro

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Torben

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Allschools Chef