Plattenkritik

Electric Wizard - Black Masses

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Release Date: 19.11.2010
Datum Review: 24.11.2010

Electric Wizard - Black Masses

 

Eine Kerze und weiße, fast unlesbare Schrift. Das ist augenscheinlich das Einzige was auf dem Albumcover der aus Dorset, England stammenden Band zu sehen ist. Wenn man aber sich das Bild einen Moment länger ansieht fällt auf, dass ELECTRIC WIZARDs Name den Rauch der Kerze bildet. Diese Symbolik ist repräsentativ für die Diskographie und im Speziellen auch für „Black Masses“. Man könnte meinen, ELECTRIC WIZARD würden pro Song ein Riff hoch und runter spielen, um dann dieses im nächsten Song leicht abgeändert noch einmal zu benutzen und sonst dröhnt noch andauernd der Bass und spielt keine ordentlichen Rhythmen. Der Teufel steckt aber auch hier im Detail.
ELECTRIC WIZARD spielen an und für sich Doom-Metal mit leichtem psychedelischem Einschlag, den man wohl am besten mit den BLACK SABBATH Veröffentlichungen der Anfangstage vergleichen kann. Der Quasi Titeltrack „Black Mass“, „Patterns Of Evil “ und „Turn Off Your Mind“ gehen dabei den bereits mit dem Vorgängeralbum „Witchcult Today“ eingeschlagenen, „rockigen“, "schnelleren" Weg konsequent weiter, was eine Ausnahme zum sonst doch sehr schleppend gehaltenem Material ist. Im Vordergrund ist das doomige Dröhnen fast immer zu vernehmen, bei genauerem Hinhören merkt man aber, dass es im „Hintergrund“ ein wenig flotter zu Werke geht, als man meinen könnte. Bevor man dies als „normaler“ Hörer aber herausfinden kann, muss man sich erst einmal durch den Dschungel von Fuzz-, Distortion- und Overdrive-Verzerrungen, sowie dem von ELECTRIC WIZARD all zu gerne eingesetzten Feedback Effekten kämpfen. Hat man das geschafft, eröffnet sich einem eine Welt voll tonnenschwerer Riffs, drückendem Bass und von Hall verschleiertem, hypnotischem Gesang, der den Zuhörer mitreißt. Ein besonderes Stück auf „Black Masses“ stellt „Crypt of Drugula“ dar. Das abschließende, überlange Instrumentalstück verzichten komplett auf gewöhnliche Songstrukturen und hört sich so an, als wäre es auf einem Drogentrip entstanden – was es wahrscheinlich auch ist.
Menschen die ELECTRIC WIZARD schon vor diesem Album zu schätzen wussten, bekommen hier eine nuancierte Weiterentwicklung zum letzten Album geboten. Ihnen ist „Black Masses“ - soweit sie die Band bisher (nicht) mochten - ohne Einschränkung zu empfehlen bzw. davon abzuraten. Diejenigen, die ELECTRIC WIZARD und deren Sound noch nicht kennen, sollten vor dem „Genuss“ des Albums vielleicht im Plattenladen um die Ecke hineinhören, um festzustellen, ob hier ihr Nerv getroffen wird.


Tracklist:

01. Black Mass
02. Venus In Furs
03. Night Child
04. Patterns Of Evil
05. Satyr IX
06. Turn Off Your Mind
07. Scorpio Curse
08. Crypt Of Drugula

Alte Kommentare

von simtz 25.11.2010 19:41

finde, es gibt schlimmere metal-schriftzüge!

von ... 26.11.2010 15:10

Die Platte ist nicht schlecht, kommt aber auf keinen Fall an Dopethrone und Witchcult Today ran. Es fehlt einfach dieses Gewisse etwas. Und bitte, hört auf die seit der Show in Köln so zu hypen ...

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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