Plattenkritik

Emmure - Slave To The Game

Redaktions-Rating

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Release Date: 10.04.2012
Datum Review: 10.03.2012

Emmure - Slave To The Game

 

Ah, auf diese Platte habe ich gewartet! Seit ich 2007 'Goddbye To The Gallows' gezeigt bekommen habe, ist es um mich geschehen, wenn es um diese Band geht. Denn wo immer EMMURE drauf steht, ist auch EMMURE drin! Kompromisslose Härte, die auf den ersten Blick minimalistisch wirkt und auf den zweiten technische Details offenbart. Roh, stumpf und eine Breakdown affine Soundwand vermengen sich mit Frankies Texten zu einem, nein, zu DEM Ungetüm des Modernen Metal. Die unkonventionelle Art Palmeri´s Gesang tut sein übriges und macht (fast) jedes EMMURE Album zu einem Erlebnis. Als die New Yorker mit 'Felony' auf den glänzenden Vorgänger 'The Respect Issue' noch einen drauf legten, dachte ich: „Besser geht’s nimmer!“ - und ich streite in diesem Moment immer noch mit mir selbst, ob ich Recht hatte oder nicht (im Bezug auf „Speaker Of The Dead“ finde ich das schon). Eines steht fest: Sollte ich jemals psychisch so instabil werden und in meiner Uni oder auf meiner Arbeitsstätte einen Vergeltungsschlag ausüben wollen, am Besten mit einem stumpfen Fleischer-Messer, dann wäre 'Slave To The Game' mein Soundtrack!
Die Band macht gleich mit dem ersten Song „Protoman“ keine Gefangenen und holzt sich seinen Weg durch ein zwölf Stücke starkes Monstrum. „She Gave Her Heart To Deadpool“ und „Bison Diaries“ sind Songs für die man EMMURE schätzt oder verachtet: Growling, Screams, fette Gitarren und kompromisslose Breakdowns. Mit „Poltergeist“ haben sie ein kurzes Electro-Hiphop Intermezzo, das aufhorchen lässt, bevor mit „Cross Over Attack“ mein persönliches Highlight der Band auf Platte gepresst wurde. „Umar Dumps Dormammu“ ist ein recht progressives Biest, mit einem genialen Zwischenteil der tatsächlich an KORN in ihren Glanzzeiten erinnert. „MDMA“ ist ein intensives Stück, das ich als Semi-Ballade bezeichnen möchte und dessen Ende mit den allein im Raum stehenden Vocals einfach Gänsehaut erzeugt. Überhaupt spielt die Band erneut erfolgreich mit verschiedenen Gesangsfacetten und elektronischen Effekten. Jedoch finde ich, dass im Vergleich zu 'Felony' 'Slave To The Game' etwas sehr an der Grenze zur Überproduktion entlang schrammt. Ist mehr ein Gefühl, als eine wirklich eindeutige Tatsache, hatte die Band seit jeher einen dicken Sound. Aber es fehlt ein bisschen der Biss der vorherigen Tage. Das Überraschungsmoment ist nicht mehr so überwältigend, wie bei den vorherigen Alben. Auch wenn das bei fast allen Bands so ist, muss und will ich das berücksichtigen. Punkte verschenken will ich nicht.
Zumindest bleiben EMMURE nicht hinter meinen Erwartungen zurück ein Album abzuliefern, das wieder alles in den Boden stampft und die Messlatte für Härte erneut auf einem hohem Niveau platziert. Eingängiger und aufregender kann ich mir diese Musik kaum vorstellen. Dennoch gibt es Abzüge für das geringer ausfallende „Aha“-Erlebnis im Vergleich zu den anderen Alben, das latente Gefühl des 'zu' dicken Sounds (diese Musik sollte nicht „zu schön“ klingen) und die Tatsache, dass man sich nicht wirklich neu erfunden hat, sondern auf dem bisherigen Kurs bleibt (von Nuancen mal abgesehen). Ein bisschen mehr Abwechslung hätte ich gut gefunden. Auch EMMURE könnten etwas vom bisherigen Kurs abweichen und vielleicht eine Platte machen, die uns alle abstößt und dessen Wert dann Jahre später erst erkannt wird. Das wäre zumindest mal was anderes, aber: „Why change a winning team!?“ Man sollte als Künstler nur darauf achten, dass man sich nicht immer und immer wieder selbst kopiert. „Slave To The Game“ ist ein cooles Album, aber es rockt mich nicht so sehr vom Hocker, wie zum Beispiel „Felony“. Das muss ich ehrlich sagen, auch wenn ich es besser finde als „SOTD“. Vielleicht einfach ein bisschen mehr Zeit für das neue Album nehmen und keine Fließbandarbeit mehr.
Dennoch reicht es für:

7 Punkte

LINC

Tracklist

1. Insert Coin
2. Protoman
3. She Gave Her Heart To Deadpool
4. I Am Onslaught
5. Bison Diaries
6. Poltergeist
7. Cross Over Attack
8. Umar Dumps Dormammu
9. Blackheart Reigns
10. MDMA
11. War Begins With You
12. A.I.

Alte Kommentare

von xandyx 10.03.2012 11:48

bin gespannt. feier sie eh seit eh und je!

von Rumpel 10.03.2012 12:25

"Goodbye to the gallows" ist ein Überalbum sondergleichen. Habs damals direkt nach der Veröffentlichung bekommen und mich verliebt. Dieser Sound, die Atmosphäre und Düsternis.. wirklich ein Wahnsinnsalbum. Ich weiß nicht über was für einen Zeitraum ich es immer und immer wieder gehört habe.. ähh, ich höre es heute noch.. Es ist meiner Meinung nach einfach ein Meilenstein im modernen "Metalcore/Moshcore". Ab der Veröffentlichung von der "Respect Issue" gings dann aber auch im Sturzflug wieder bergab, die Tiefe der Band fehlte, kein (für mich nachvollziehbares) Konzept, stumpfes Rumgemoshe und Ideenlosigkeit. Die "Felony" stellt den Höhepunkt der Misere dar. Es ist einfach so überaus schlecht. "Speaker of the Dead" beinhaltete dann wieder ein paar wenige Lichtblicke. Nach dem Motto: "Wir müssen jetzt krampfhaft ein Album schreiben, welches das Debut übertrifft" - Hat leider nicht ganz geklappt. Mal sehen was dieses teil hier kann.

von Alex 10.03.2012 14:23

Ist das Review ernst gemeint?

von fail 10.03.2012 15:51

"...in meiner Uni..." *kooootz* langweilig, unbedeutend, emmure. stumpfer proll-scheiß. der gangstaaaa-rap des metalcores. *gääähn*

von DAS! 10.03.2012 16:07

war das peinlichste was ich JE auf Allschools gesehen habe. Das Debut ist gut, keine Frage. Doch ALLES was danach kam war entweder anhörbar aber entweder langweilig (TRI), peinlich (Felony) oder einfach nur grottenschlecht (SOTD). Dieser affige, assoziale vollzeit-motherfucker Frankie P. mit seinen beschissenen Texten und widerlichen Art alleine hat schon keine 7 Punkte verdient. Dazu kommt aber noch seine 08/15 Band, welche seit 5 Album ein und den selben binärcode-riff spielt. Musik ohne Verstand und viel schlimmer - ohne Leidenschaft. Dafür 7 Punkte? No way!

von Steven 11.03.2012 10:31

Ich finde es sehr interessant mal eine Review von einem neuen Emmure Album zu lesen, die von einer komplett positiven Einstellung gegenüber der Band entstanden ist. Meiner Meinung nach sind die Überraschungen schon lange vorbei. Zuletzt hörte man sie auf Goodbye To The Gallows. Seither läuft alles nach dem gleichen Schema. Es gibt IMMER diese Effekte, es hört sich IMMER nach KoRn zu Glanzzeiten an und es endet IMMER irgendwann in Ballade-artigen Songs. Bei einer Sache stimme ich in jedem Fall zu: Emmure sollten sich endlich mal mehr Zeit für ein neues Album lassen. Evtl. könnte man dann noch mal die Inspiration vom Anfang der Band abgreifen. Denn irgendwo muss Goodbye To The Gallows ja hergekommen sein. In wie weit das die Plattenfirma 'schuld' ist, weiß man eben nicht. Trotzdem... Danke für diese Review! Ich werde mir das neue Album auf jeden Fall anhören und bin sehr gespannt.

von Torben 11.03.2012 10:39

ich fand "goodbye to the gallows" ebenfalls großartig. emmure konnten mich danach nicht mehr wirklich überraschen, höre mir aber auch noch die neueren sachen häufiger an..

von yo mish. 11.03.2012 11:05

endlich traut sich mal einer zu seiner emmure-affinität zu stehen. die zu haten ist ja langsam echt zu einfach. :D stumpf ist trumpf.

von Faceplam 11.03.2012 11:14

"...Eines steht fest: Sollte ich jemals psychisch so instabil werden und in meiner Uni oder auf meiner Arbeitsstätte einen Vergeltungsschlag ausüben wollen, am Besten mit einem stumpfen Fleischer-Messer, dann wäre 'Slave To The Game' mein Soundtrack!..." Ohne diesen Satz hätte das Review auch funktioniert, warum muss so einen Blödsinn, färbt der Stil der Band ab?

von RK 11.03.2012 11:34

@yo mish. "stumpf ist trumpf" - soll das dein Ernst sein? Triple-Facepalm für dich.

von fail 11.03.2012 11:49

@facepalm ich glaub nich dass die sooo harten gangsta-jungs von emmure so jut auf studenten zu sprechen sin :'DD *thirdpartyfacepalm*

von bingo 11.03.2012 14:51

"Als die New Yorker mit 'Felony' auf den glänzenden Vorgänger 'The Respect Issue' noch einen drauf legten, dachte ich: „Besser geht’s nimmer!“ - und ich streite in diesem Moment immer noch mit mir selbst, ob ich Recht hatte oder nicht (im Bezug auf „Speaker Of The Dead“ finde ich das schon)." ich hab die ganze zeit beim lesen darauf gewartet, dass die ironie aufgelöst wird ;-) leider ist es nicht passiert.

von mo 11.03.2012 16:56

Also ich hab den neuen Song gehört und war so gelangweilt, dass ich ihn nach der Hälfte ausgemacht habe. Ich feier "goodbye to the gallows" und auch "Felony", weil diese Platten wirklich geiles "feeling" mitbringen und auch Live ist Emmure immer einen Besuch im Pit wert aber ich finde sie sollten mal ihre Horizont erweitern, mehr daraus machen und mal 3 jahre an einem Album arbeiten und nicht nur 3 Monate, alleine das sagt doch schon, dass "Slave to the game" kein Hit wird.

von diekatze 11.03.2012 18:40

hier gibts ja viele beschissene reviews aber das setzt dem ganzen wirklich die krone auf. ich hab auch vergeblich auf das april, april am ende gewartet :(

von Horsti 11.04.2012 11:37

Bestes Album seit GTTG.

von El Capitano 28.05.2012 19:05

Mal abgesehen vom Review bin ich irgendwie wieder mal echt enttäuscht. Bei SOTD war ich irgendwie überrascht und es hat mir sogar gefallen aber was da wieder abgeliefert wurde ist nur traurig.

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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