Plattenkritik

Endbringer - Bruises

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Info

Release Date: 01.01.2009
Datum Review: 21.12.2009

Endbringer - Bruises

 

ENDBRINGER veröffentlichten in diesem Jahr mit „Bruises“ ihre erste 7“ und sorgten seltsamerweise für überraschend wenig Wirbel in der Ruhrpottschen Hardcore-Szene. Woran lag es? Wo befreundete und ebenfalls tolle Bands wie REMEMBER und SUNDOWNING sich gekonnt in Szene setzten und eine Art Medienrummel genossen, Shows in der ganzen Republik buchten und jede gefühlte Woche neue Shirts entwarfen, lungerten ENDBRINGER wohl nur in ihrer Bude herum. Aber falsch gedacht. Man ging auf Mini-Tour mit GOLDUST und durfte für namhafte Bands eröffnen. Wird Zeit „Bruises“ mal auf den Zahn zu fühlen.

ENDBRINGER jedenfalls sind schon ein wenig anders. Da passt es, dass man mit den Verweigerern von GOLDUST auf Tour war. Und auch der Sound passt. Schwermütiger, drückender Hardcoreballast bohrt sich hier in die Gehörgänge und erinnert von der technischen Seite ein wenig an die Boston-Psychos von THE CARRIER. Bei lediglich zwei Songs und einer beachtlichen Spielzeit von 10 Minuten erkennt man aber schnell, dass „Bruises“ Zeit benötigt. Vor allem der Gesang. Der ist nicht etwa nervig oder daneben, vielmehr gewöhnungsbedürftig. Hier wird düster und kompromisslos nach vorn gebrüllt, ohne zu beachten, dass gerade die Hintergrundschreie die eigentlichen Highlights ausmachen. Da mag man den spannenden Mittelteil von „Turning Cold“ gleich vielmehr, wenn er bedächtige Spannung aufbaut um druckvoll auszuleiten. Dabei kann man die mittelguten Chöre gerne überhören, sie kommen ja ohnehin nicht zuhauf vor. Der zweite Song, „Bruises“, schlägt dann in dieselbe Richtung wie der Vorgänger und erinnert einmal mehr an die technische Kompromisslosigkeit von THE CARRIER und überrascht durch ein halbwegs versöhnliches Ende.

Um der eingangs gestellten Frage nochmal auf den Grund zu gehen: ENDBRINGER sind wieder eine der Bands, die aus den bewährten Mustern an manchen Ecken herausfallen. Das wird viele Menschen überfordern und benötigt sicherlich Zeit bis man gänzlich wahrgenommen wird. Potenzial und Talent steckt in dieser jungen Band aber definitiv. Man darf gespannt sein.

Tracklist:

Turning Cold
Bruises

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Raphael

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