Plattenkritik

Enslaved - RIITIIR

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 28.09.2012
Datum Review: 29.09.2012

Enslaved - RIITIIR

 

„Das einzig Stetige ist der Wandel.“ - Diesen Spruch haben sich ENSLAVED schon vor langer Zeit auf ihre Fahne geschrieben. Kein Album klingt wie das vorherige, immer wieder werden alte Elemente über Bord geworfen und neue in das Soundbild integriert. So auch auf „RIITIIR“, dem nunmehr zwölften Werk der Norweger.

Nachdem „Axioma Ethica Odini“ schon einen größeren Fokus auf Klargesang gelegt hat, geht nun „RIITIIR“ noch weiter in diese Richtung. Wirklich neue Elemente führen ENSLAVED dabei nicht ein. Sie gehen den eingeschlagenen Weg weiter und verlagern sich vielmehr darauf die Spanne ihrer Musik weiter auszuweiten. Wenn man so manch einem Waldschrat 1992 erzählt hätte, mit welchem Pop-Appeal ENSLAVED heutzutage zu Werke gehen, hätte die Band wohl niemals solch eine Unterstützung aus dem Untergrund erhalten.
Zwar besitzen die Lieder noch Grutles markanten Krächzgesang, aber Melodien, wie sie zum Beispiel „Roots Of The Mountain“ oder „Storm Of Memories“ verschönern, erwartet man normal nur von Post-Rock-Bands. Dahingegen agieren ENSLAVED aber wieder etwas vertrackter als noch auf dem nachvollziehbareren „Axioma Ethica Odini“. Die Kompositionen sind eher mit dem 2008er „Vertebrae“ zu vergleichen. Dennoch wirken die Lieder, vielleicht auch gerade wegen der vielen melodischen Einschübe, nicht verkopft oder konstruiert.
„RIITIIR“ ist eine klare Weiterentwicklung zum letzten Album anzumerken. Die Veränderungen liegen aber eher auf der Mikroebene. Die Verschiebung in Richtung „Melodie“ geht zwar in weiten Teilen auf die „Härte“ des Materials, schwächt das progressive Element der Musik jedoch nicht ab - Ganz im Gegenteil ist seit „Isa“ eine Zunahme derer zu Verzeichnen.

Dadurch, dass ENSLAVED ihre Entwicklung „nur“ in kleinen Schritten absolvieren, wird der Hörer auch bei „RIITIIR“ wieder an der Hand geführt. Die Norweger haben so sicherlich weniger Fans verloren, als wenn sie die Veränderung in ihrem Sound durch einen harten Einschritt auf einmal durchgeführt hätten.
„RIITIIR“ zeigt weiterhin eine Band im Wandel. Wer jedoch glaubt, dass dabei halbgare Kost entstehen würde, der liegt falsch. ENSLAVED bieten auch im Jahr 2012 großartiges Liedgut am Stück. Wer sich auch ein bisschen für Extrem-Metal erwärmen kann sollte dem neusten Album aus dem Hause ENSLAVED eine Chance geben.

Tracklist:
1. Thoughts Like Hammers
2. Death In The Eyes Of Dawn
3. Veilburner
4. Roots Of The Mountain
5. Riitiir
6. Materal
7. Storm Of Memories
8. Forsaken

Autor

Bild Autor

Manuel

Autoren Bio

Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

Suche

Social Media