Plattenkritik

Enthroned - Pentagrammaton

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Release Date: 22.03.2010
Datum Review: 11.03.2010

Enthroned - Pentagrammaton

 

Es gibt zahlreiche Referenzen im Black Metal, aber wer ein wenig mitreden möchte, sollte zumindest schon einmal etwas von ENTHRONED gehört haben. Der 1997er Bandklassiker "Towards the Skullthrone of Satan" geht dabei ebenso als Empfehlung durch wie "Carnage in Worlds Beyond" aus den Jahr 2002. ENTHRONED, bei denen kein Gründungsmitglied mehr agiert (Mitbegründer und Sänger/Schlagzeuger Cernunnos nahm sich kurz vor den Aufnahmen zu "Towards the Skullthrone of Satan" sogar das Leben, Sänger Lord Sabathan (Stammmitglied seit 1994) musste nach dem sechsten Album XES Haereticum gehen), hatten in den letzten Jahren mit Lineup- und Labelproblemen zu kämpfen. So erscheint ihr neuestes Werk "Pentagrammaton" auf dem schwedischen Label Regain Records, bei denen sie für ein Album anheuerten. Zurück in der Band ist Gitarrist Nerath Daemon alias Neraath, gut für den Hordenchef Nornagest (Gesang, Gitarre), da er nun nicht mehr alleine die Songs schreiben muss. Um in die musikalische Welt der Belgier und insbesondere von Nornagest eindringen zu können, muss beachtet werden, dass hier keine Band konsumiert wird, die ihre Schminke nach den Auftritten ablegt, um anschließend ihren Gesellschaft konform gehenden Pflichten nachzukommen. Nornagest befasste sich bei "Pentagrammaton" zuerst mit den Texten, um sich anschließend der Musik zu widmen. Die lyrischen Ergüsse haben jeher einen starken Stellenwert und müssen damit zwingend in das Gesamtkonzept eines jeden ENTHRONED Albums eingebunden werden. Nornagest entfernte sich von den szenetypischen antichristlichen Texten und erforscht nun tiefgründiger den Okkultismus/Satanismus und stellt sehr persönliche Erfahrungen damit in den Vordergrund ("a lyrical concept based on lived experiences and facts, somehow something very personal, let's say!") Auch weist er unmissverständlich darauf hin, dass es sich bei "Pentagrammaton" um ein Konzeptalbum und nicht um eine bloße Aneinanderreihung neuer Stücke handelt. Musikalisch ordnet sich die Band mit ihrem achten Album zwischen oben angesprochenem "Towards the Skullthrone of Satan" und ihrem letzten Album "Tetra Karcist" ein, besser kann es nicht beschrieben werden. Stimmlich ist Nornagest nicht die gleiche Liga wie Sabathan, der gern als Kermit des Black Metals zitiert wurde. Mit anderen Worten fehlt ihm die Ausstrahlung, der Wiedererkennungswert, den die Horde noch zu früheren Zeiten allein aufgrund des Gesangs innehatte. Dafür können die Songs überzeugen, die sehr brutal (unterstützt wird das Inferno durch eine back to the roots gehende Produktion, die ein authentisches Black Metal Feeling vermittelt) und ausgesprochen schnell über einen hinwegfegen. ENTHRONED bauen immer wieder kleine Gitarrensoli und groovende Verschnaufspausen ein, ansonsten liegt der Schwerpunkt von "Pentagrammton" auf Blastparts. Trotz dieses eingeschlagenen Höllentempos können sich die einzelnen Abschnitte voneinander absetzen, Monotonie ist aufgrund der langjährigen Szenezugehörigkeit mit starken Alben im Rücken nicht auszumachen. Da ENTHRONED auch keine Abnutzungserscheinungen erkennen lassen (wie auch, fast jedes Album hört sich aufgrund der wechselnden Belegschaft anders an), ist "Pentagrammaton" jedem Blacky an das Fuchsberger, äh, Herz, zu legen.

Tracklist:
01. In Missi Solemnibvs
02. The Vitalized Shell
03. Rion Riorrim
04. Ornament Of Grace
05. Magnvs Princeps Leopardi
06. Pentagrammaton
07. Nehas't
08. The Essential Chaos
09. Ad Te Clamamvs Exsvles Morvua Liberi
10. Unconscious Minds
11. Behemiron

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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