Plattenkritik

Equilibrium - Erdentempel

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Release Date: 06.06.2014
Datum Review: 15.06.2014

Equilibrium - Erdentempel

 

Von der Urbesetzung der Band ist kaum mehr etwas übrig, zuletzt verließen die beiden Geschwister Andreas und Sandra Völkl (bzw. Sandra nach Heirat zuletzt „van Eldik“) die Formation. Einzig René Berthiaume, seines Zeichens Hauptsongwriter der bayrischen Pagan Metaller, ist noch übrig geblieben. An der Grundausrichtung der Gruppe hat sich über die Jahre zwar nichts geändert, viele behaupten jedoch weiterhin steif und fest, dass die Demo der Band ihre beste Veröffentlichung darstellt. Wasser auf die Mühlen dieser Kritiker war mit Sicherheit das unausgegorene letzte Album „Rekreatur“, auf dem EQUILIBRIUM wenig fokussiert agierten.
Auf „Erdentempel“ haben sich die Bayern nun wieder (etwas) gefangen. Zwar mag dem einen oder anderen (Neu-)Sänger Robse immer noch zu todesmetallisch klingen, am Songwriting an sich kann man kaum etwas aussetzen. Sei es das vorher bereits ausgekoppelte epische „Waldschrein“, das orientalische angehauchte „Karawane“ oder das finstere „Apokalypse“ – Berthiaume weiß wie er EQUILIBRIUMs verschiedene Facetten darstellt, der Grundsound jedoch immer präsent bleibt. Auch wenn die einzelnen Lieder jeweils einen anderen Flair innehaben mögen, man erkennt zu jeder Sekunde mit welcher Band man es hier zu tun hat.
Als wahrscheinlich einzig neue Elemente darf man neben dem klaren Gesang, der immer wieder eingestreut wird und die Lieder bereichert, die Verwendung der englischen Sprache in „The Unknown Episode“ ansehen. Nicht zu bewerten ist das abschließende Instrumental-Epos „Aufbruch“, welches der Promoversion des Albums nicht beilag.
Überflüssig sind die beiden „Sauflieder“ „Uns’rer Flöten Klang“ und „Wirtshaus Gaudi“, haben EQUILIBRIUM mit „Met“ bereits zu ihren Anfangstagen den perfekten Song in diese Richtung geschrieben.
Insgesamt darf man „Erdentempel“ als Schritt in die richtige Richtung ansehen. Zwar bewegen sich EQUILIBRIUM immer noch nicht wieder auf dem Niveau ihrer Anfangstage, wer mag es ihnen bei all diesen Personalquerelen verdenken? Wenn der Aufwärtstrend der letztjährigen „Waldschrein“-EP und des „Erdentempel“ fortsetzen und ihr nun wieder vollständiges Line-Up stabilisieren, könnte das nächste Album jedoch wieder richtig gut werden.

Tracklist:

01. Ankunft
02. Was Lange Währt
03. Waldschrein
04. Karawane
05. Uns'rer Flöten Klang
06. Freiflug
07. Heavy Chill
08. Wirtshaus Gaudi
09. Stein Meiner Ahnen
10. Wellengang
11. Apokalypse
12.The Unknown Episode
13. Aufbruch

Alte Kommentare

von Blasta Tha Butcha! 21.09.2014 23:32

Death Metal für den ZDF-Fernsehgarten. Da schämt man sich auch als "nicht-mehr-Langhaariger" für die gesamte Szene.

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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