Plattenkritik

Ewert And The Two Dragons - Circles

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Release Date: 27.02.2015
Datum Review: 02.03.2015

Ewert And The Two Dragons - Circles

 

Zur estländischen Drachenhochzeit steuert man die musikalische Untermalung neuerdings selbst bei. Da erklingen Nebelschwaden, luftige Popbeats und schüchterne Gitarren - bis die Sonne erst auf und wenig später wieder untergeht.

Ganz romantisch halten es EWERT & THE TWO DRAGONS mit ihrem Indierock auch auf dem dritten Album. Ganze Meere füllt „Million Miles“ mit Romantik und mollig gehauchtem Gesang, den Frontmann Ewert Sundja sicher durch die Nacht steuert. „Speechless“ arbeitet dann mit Folkelementen und Streichel-Piano, bis der Chorus eben jenem Sonnenaufgang aus dem Gästebett hilft. Die 2008 in Tallin gegründete Band klingt auf „Circles“ kaum so, als wäre sie zum Haare krümmen in der Lage. „Getting Older“ beginnt zäh - mit glasklaren Vocals und sich empor rührender aber dennoch unterschwelliger Orgel, „Could Have Been“ driftet mit gesenktem Haupt durch den Regen und verläuft sich im „was wäre wenn“-Modus. Überhaupt klingen EWERT & THE TWO DRAGONS eher wie das Wetter in ihrer Heimat („Waiting For The Weather To Change“) als nach einer Schüssel voller Partysnacks. Manchmal saugt das Stücken wie dem melancholischen Titelsong die letzte Energie aus den Knochen, besser funktioniert da der kinderleichte und befreite Stampfer „Pictures“. Sundja an Mikro und Tasten, Gitarrist Erki Paernoja sowie Drummer Kristjan Kallas und Bassist Ivo Etti berufen sich auf keine überproduzierten Sperenzchen, sondern füllen die zehn Songs mit Harmonien, einem ungezwungenen Saxophon und organischen Drums – aber manchmal auch mit einschläfernden Plänkelmomenten. Wo COLDPLAY die Arme im Stadion ausbreiten und TRAVIS sich im richtigen Moment immerhin auf ihre Rockwurzeln berufen, trauen sich EWERT & THE TWO DRAGONS immerhin für die Aufnahmen über den Teich, scheuchen oder fallen aber in ihrem gewählten Klangumfeld nicht(s) weiter auf. „Circles“ geht so eher im Autoradio bei Dauerniesel, als auf dem Teller gleich neben den Partysnacks.



Trackliste:

01. Million Miles
02. Pictures
03. Speechless
04. Getting Older
05. Gold Digger
06. Circles
07. Could Have Been
08. Waiting For The Weather To Change
09. Stranger
10. Warhorses

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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