Plattenkritik

Face To Face - Three Chords And A Half Truth

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 09.04.2013
Datum Review: 27.05.2013

Face To Face - Three Chords And A Half Truth

 

Vieles sagt man der kalifornischen Sonne nach - und nicht alles davon sind Komplimente. Mit "Three Chords And A Half Truth" zeigen vier gestandene Ortsansässige, wie in Würde gealtert und gewachsen - und am Ende trotzdem guten Gewissens gelächelt werden kann.

Lange Jahre nichts - dann "Laugh Now, Laugh Later" mit gemischten Kritiken und skeptischen Meinungen. Weitere elf Monate später sind FACE TO FACE sich für ihre Entwicklung und gesetzteren Output ebenso wenig zu schade. Viele Konzerte haben über Jahre aus vier zerstreuten Musikern wieder eine Band gemacht. "1,2,3 Drop" soll nun das Streichholz in Luntennähe sein, bevor die Kehrtwende weg vom Skatepunk mit "Welcome Back To Nothing" markiert, dass im Hause FACE TO FACE auch auf Album Nummer acht höchstens die eigenen Töchter ins Bett gebracht werden.
Trotzdem ist "Three Chords And A Half Truth" erst nach genauem Hinsehen als ein einziger Guss zu erkennen – und vor allem als einer aus der Garage von Keith, Drummer Danny Thompson, Scott Shiflett und Ur-Gitarrist Chad Yaro. „Right As Rain“ atmet durch ein ähnliches Blues-Zelt wie neuere SOCIAL DISTORTION, „First Step, Misstep“ marschiert mit Stakkatogitarren vor Gangchören über den Sunset Boulevard und „Smokestacks And Skyskrapers“ krümmt sich mit Call-And-Response-Refrain in Richtung nachdenkliche „Ignorance Is Bliss“- und „Reactionary“-Zeiten.
Hammondorgel und melancholisches Durchatmen stehen bei FACE TO FACE auf dem Einkaufszettel, mit dessen Erledigungen sich „Flat Black“ oder „Jinxproof“ auf ein entspanntes statt kaputtgefeiertes Wochenende vorbereiten.
Dass die zuvor erwähnte kalifornische Sonne auch bei "Three Chords And A Half Truth" ihre Rolle im Produzentensessel abbekommt unterstreicht „Bright Lights Go Down“ derweil mit vertrauter Punkrockkante – „Marked Men“ verliert sich nach getaner Arbeit auch mal beim jazzig-schallenden Feierabendgetränk.
Besonders auf der zweiten Albumhälfte bedarf es einem offenen Ohr mehr: FACE TO FACE wirken verspielt und gefordert, gehen aber noch immer hart mit sich und ihren Wurzeln ins Gericht. Eine Art der Entwicklung, die vielleicht weitere Opfer fordern wird - sollte die Masse noch nicht für die ganze Wahrheit bereit sein. Alle anderen stürzen sich auf ein dutzend gezahnte Stücke, die „doch irgendwie“ durch und durch FACE TO FACE sind. Wenn am Ende bloß der vertonte Sonnenschein übrig bleibt, stehen „Big Choice“ oder „Don´t Turn Away“ im Zweifelsfall ja stets als Komplimentpaten zur Seite.

Trackliste:

01. 1,2,3 Drop
02. Welcome Back To Nothing
03. Smokestacks And Skyskrapers
04. Right As Rain
05. First Step, Misstep
06. Bright Lights Go Down
07. Paper Tigers With Teeth
08. Flat Black
09. Jinxproof
10. Marked Men
11. Three Chords And A Half Truth
12. Across State Lines

Alte Kommentare

von Drunken Third 29.05.2013 12:38

"und am Ende trotzdem guten Gewissens gelächelt werden kann" Ist ein gutes Gewissen und Lächeln sonst ein Wiederspruch? Du schreibst dir manchmal einen zusammen, also ehrlich. Wenn du mal versuchen würdest, etwas weniger auf-Teufel-komm-raus mit schiefen Metaphern und unlesbar verschachtelten Sätzen zu hantieren, würden deine sonst interessanten Reviews deutlich lesbarer werden. Guten Geschmack hast du ja schließlich.

von Drunken Third 29.05.2013 12:40

Hui, voll verlesen bei dem Zitat, dafür Entschuldigung. Aber den Rest trotzdem bitte mal beachten.

von @drunken third 29.05.2013 18:38

was bistn du fürn vogel?

von jona 30.05.2013 16:25

@drunken third: zustimmung. also für den zweiten teil.

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media