Plattenkritik

Favez - En Garde!

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Release Date: 01.04.2011
Datum Review: 05.03.2011

Favez - En Garde!

 

"Takk, bumm, bumm, dung - takk!"
Mehr braucht es nicht, bevor "Tearing Down The Highway" mit graziösem und übermächtigem Chorus die Knöchel des Zuhörers umspült, als befände sich dieser augenblicklich in ein orchestralisches Weltmeer versetzt. Meine Damen und Herren: FAVEZ from Lausanne, Switzerland. Es ist angerichtet.


Und es braucht keine Erklärung oder Einleitung, schon der Opener des Opus "En Garde" spricht nichts als die Wahrheit über die gestandene Rockband aus der Schweiz. Ihre quäkenden Gitarren, ihr episch-melancholisches und doch druckvolles Gesangsprädikat, die heulenden, aber fesselnden Melodien. Auf Album Nummer 7 holte man sich Andrew Scheps mit auf den Kahn, der auf Konzertreisen um die Welt schippert, Ausrisse in ferne Indie- und Alternativeozeane wagte, nie zu schnell oder zu langsam durchs Bugwasser glitt. Und der amerikanische Produzent, u.a. vertraut mit immerhin Audioslave, U2, Red Hot Chili Peppers, kitzelt dem Urgestein nichts verbotenes oder überflüssiges aus dem Leib: Grandios dichte Gefühlswelten wie "Living In The Past", die Mittelfeldkur für die Sinne ("Under The Sun") oder das vertrackt lebendig atmende "Closet Astronaut" - FAVEZ´ Stempel findet auf jedem Rezept seinen Platz. "En Garde" öffnet sich dem Betrachter ab Sekunde eins, bürgt für Abwechslung und schlichte Schönheit - aber verspielt sein Pulver nicht gedankenlos und ohne Rücksicht.
"Tonight We Ride" sowie "Sister Rose" werden niemanden enttäuschen, der sich auf ein neues Werk der FAVEZ einlässt, Sänger Chris und sein wachsender Anhang stehen nach all der Zeit noch immer Auge in Auge mit dem rundum-sorglos-Song, der sich im Stadion genauso wohl- und richtig anfühlt, wie im Keller oder beim Bügeln.

Kerze oder Kaltgetränk auf den Tisch, ein Lautsprecher links, ein Lautsprecher rechts. "En Garde" verdient mindestens ein paar Ohren pro Kopf, welches sich mit Hingebung und Respekt um die vollen 12 Songs kümmert. Und denen es weiß machen kann, was es im Gegenzug bietet: Ein rundum gelungenes und dazu überdurchschnittliches Album einer Rockband zu sein.
From Lausanne, Switzerland.

Tracklist:

01. Tearing Down The Highway
02. Living In The Past
03. Like The Old Days
04. The Heart Of A Cynic
05. Sister Rose
06. Under The Sun
07. Closet Astronaut
08. On
09. Tonight We Ride
10. A Silent Man
11. The Kids
12. End The Show

Alte Kommentare

von René 05.03.2011 17:14

Spitzen Review, vielen Dank! Ich bin sehr gespannt auf das Album. Die letzte FAVEZ-Platte (schon wieder dreieinhalb Jahre alt?!) startete ja ebenfalls mit so einem Highway-Song - und war verdammt gut.

von reitende leiche 19.03.2011 05:43

früher überband. nach dem leichten stilwechsel komplett in der versenkung verschwunden..geht da wieder was?

von reitende leiche 20.03.2011 04:20

habs sie angehört. erster song wie früher...sonst...sooooo was von lau... oh man....was ist da nur draus geworden..

von McDaggett 19.04.2011 15:52

Klasse Album, wenn auch nicht mehr der Brecher, der "From Lausanne" war, allerdings sei dazu die Limited Edition jedem ans Herz gelegt, die u.a. Coverversionen von Seaweed, Motörhead, Nick Drake, Girls Vs Boys, Bob Mould, Chokebore und Unsane enthält. Hell Yeah!

von Hugo 04.05.2011 14:57

Großartig, wie alles von dieser Band! Lau?? Guckt sie euch live an, sind grad auf Tour. Von wegen lau... ;-)

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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